Windstrom vom Grenchner Hausberg

Windstrom vom Grenchner Hausberg

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Teaserbild-Quelle: Bild: Zvg

Die Grenchner Bevölkerung kann ab sofort die Pläne für das Windkraft-Projekt auf ihrem Hausberg im Parktheater einsehen. Im Rahmen des öffentlichen Mitwirkungsverfahrens können Verbesserungsvorschläge zum Projekt des regionalen Energie- und Wasserversorgers SWG eingebracht werden. Das Baugesuch für den Park wird anschliessend aufgelegt und 2015 wollen die Initianten mit dem Bau der Anlage beginnen. 2016 sollen dann die Rotorblätter im Wind drehen und Strom produzieren.

Unübersehbare Rotoren

Konkret ist auf dem Grenchenberg ein Windpark mit sechs Rotoren für 35 Millionen Franken geplant. Die einzelnen Windenergieanlagen sollen je 165 Meter in den Himmel ragen. Die sechs Windräder wären damit deutlich grösser als der Zürcher Prime Tower, der mit 126 Metern das höchste Gebäude der Schweiz ist. Mit einer stolzen Nabenhöhe von 110 Metern und einer Rotorblattlänge von 55 Metern werden die Windrotoren auch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen sein. Unsichtbar bleiben hingegen alle Leitungen, da diese im Boden verlegt werden. Die bestehende Infrastruktur bietet gemäss den Initianten eine gute Ausgangslage für die notwendige Erschliessung und die Anbindung ans Stromnetz.

Gute Windverhältnisse, guter Ertrag

Das Windkraftwerk soll den jährlichen Stromverbrauch von 6700 durchschnittlichen Grenchner Haushaltungen decken. Denn bei einer gesamten Nennleistung von 15 Megawatt wird der Windpark einen Energieertrag von 30 000 Megawattstunden pro Jahr liefern. Der Grenchenberg eigne sich besonders gut als Standort für einen Windpark, hält denn auch der regionale Energieversorger SWG fest. Mit 24 bis 27 Kilometern pro Stunde bläst der Wind im Durchschnitt auf Nabenhöhe der Rotoren, im nationalen und im internationalen Vergleich ein überdurchschnittlich guter Wert. In einer Studie über das Windenergiepotential des Kantons Solothurns wurde der Grenchenberg denn auch als eines der Gebiete mit der besten Eignung für einen Windpark bezeichnet.

Windpark-Projekte im Jura «en vogue»

So überrascht es nicht, dass der Kanton Solothurn seinen Richtplan bereits entsprechend angepasst hat. Das Bundesamt für Umwelt, Energie und Kommunikation (UVEK) hiess diesen 2011 gut. In ihrem Richtplan haben die Solothurner noch vier weitere Gebiete im Jura als Standorte für Windparks festgesetzt: Burg, Homberg, Scheltenpass und Schwängimatt. Westlich vom Grenchenberg, im Kanton Bern, plant die Stadt Biel zusammen mit der Gemeinde Court BE den Windpark Montoz Pré Richard. Doch das sind längst nicht alle Windkraft-Projekte im Jura: Weitere Windparks wollen unter anderem die Kantone Basel-Landschaft, Bern und Waadt ermöglichen. (gd)