Wasser und Gas statt Uran

Wasser und Gas statt Uran

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Hans Püttgen vom Energy Center der ETH Lausanne geht davon aus, dass der aus Wasserkraftwerken stammende Strom bis zum Jahr 2020 um 3 Terawattstunden (TWh, 1TWh = 1 Milliarde Kilowattstunden) erhöht werden könnte. Bei der Photovoltaik geht Püttgen von einem Zuwachs von 2 TWh und bei der Windkraft von einer Zunahme um 0,6 TWh aus. Mit Energiesparmassnahmen könnten 4,9 TWh gespart werden.

Die insgesamt 10,5 TWh könnten die 9 TWh Atomstrom ersetzen, die nach der Ausserbetriebnahme der AKW Mühleberg sowie Beznau I und Beznau II zwischen 2019 und 2022 wegfallen. Laut Püttgen läuft in dieser Zeit aber gleichzeitig der Stromliefervertrag mit Frankreich im Umfang von 8 TWh aus. Die dadurch entstehende Lücke kann seiner Ansicht nach nicht ohne den Bau von Gaskombikraftwerken geschlossen werden.

Entscheid liegt bei Stromproduzenten

Das Bundesamt für Energie (BFE) will keine Prognosen über die zu erwartenden Anteile der erneuerbaren Energien bei der künftigen Stromversorgung machen. Nicht der Bund, sondern die Stromlieferanten bauten die Anlagen. An diesen sei es, Angebote zu unterbreiten, sagte BFE-Sprecherin Marianne Zünd.

Bevor mit den Stromlieferanten das Gespräch aufgenommen werden könne, müsse das Parlament dem Atomausstieg zustimmen und der Bundesrat ein klares Mandat vorlegen. Allein durch die Modernisierung alter Anlagen und den Bau neuer kleiner und mittlerer Wasserkraftwerke könnte der Strom aus Wasserkraft laut Zünd um 4 TWh erhöht werden. Allfällige Solarkraftwerke müssten erst gebaut werden.

Bei den Pumpspeicherkraftwerken sieht das BFE ein Ausbaupotenzial von 6 TWh. Sie könnten dazu beitragen, dass sich die Schweiz in Europa auf diesem Gebiet profilieren könnte. (sda/mrm)

 

Mehr Forschungsgelder für erneuerbare Energien

Bei der Energieforschung der öffentlichen Hand haben die erneuerbaren Energien die Atomenergie bereits überholt. 2009 flossen 31 Prozent der Fördergelder in die Erforschung erneuerbarer Energien. In die Kernenergieforschung flossen noch 25 Prozent der Gelder.

Setze sich der Trend der letzten Jahre fort, würden in den nächsten Jahren die Aufwendungen für die erneuerbaren Energien auch jene für Energieeffizienz übersteigen, hält der Bundesrat fest. Insgesamt gab die öffentliche Hand 2009 213 Millionen Franken für die Energieforschung aus.

Was die Kernenergie betrifft, so fliesst laut dem Bundesrat rund je die Hälfte der Forschungsgelder in die Kernfusion und die Kernspaltung. Es handle sich dabei um Grundlagenforschung. Das Bundesamt für Energie finanziert aus seinem 20-Millionen-Forschungsbudget ausschliesslich Forschung zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. (sda/mrm)