Von der Energiewende ist noch wenig zu sehen

Von der Energiewende ist noch wenig zu sehen

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Teaserbild-Quelle: Bild: Zvg

Im Vergleich zum Jahr 2012 stieg der Stromverbrauch im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent, wie das Bundesamt für Energie (BFE) mitteilt. Der Rekordwert war im Jahr 2010 mit 59,8 Milliarden Kilowattstunden erreicht worden.
 
Das BFE führt die Zunahme gegenüber dem Jahr 2012 unter anderem auf die Zunahme bei den Heizgradtagen zurück - dabei wird die Differenz zwischen Aussenlufttemperatur und der angestrebten Innenlufttemperatur von 20 Grad ermittelt. Eine starke Zunahme der Heizgradtage gab es etwa im kalten und nassen Monat Mai.

AKW haben 2013 mehr Strom produziert als im Vorjahr

Im vergangenen Jahr stieg nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die Produktion. Die Schweizer Kraftwerke produzierten im vergangenen Jahr 68,3 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  Auch dies sei das zweithöchste je erzielte Ergebnis, teilte das BFE mit.

Während die Wasserkraftwerke 2013 weniger Strom produzierten, stieg die Produktion in den fünf Atomkraftwerken des Landes.
 
Die erneuerbaren Energien machten 2013 gemäss BFE-Sprecherin Marianne Zünd rund
3 Prozent der gesamten Stromproduktion aus. In seinem ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 hat der Bundesrat das Ziel festgelegt, die Produktion aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf 4,4 Milliarden Kilowattstunden zu erhöhen. Bis 2050 soll die Produktion der Erneuerbaren dann 24,2 Milliarden Kilowattstunden betragen.
 
Den Stromverbrauch pro Kopf konnte das Bundesamt für 2013 noch nicht ausweisen, da die Zahlen zur Wohnbevölkerung noch nicht vorliegen. Der Verbrauch pro Person muss in Zukunft aber abnehmen, sollen die Ziele der Energiestrategie erreicht werden. Denn bei wachsender Bevölkerung soll gleichzeitig der Stromverbrauch in der Schweiz sinken - bis 2035 um 1,4 Prozent im Vergleich zu 2010.

Einbruch beim Exportgeschäft

Die Schweizer Stromproduzenten haben im vergangenen Jahr nicht nur mehr produziert, sondern auch mehr exportiert: Der Exportüberschuss betrug 2,4 Milliarden Kilowattstunden gegenüber 2,2 Milliarden Kilowattstunden im Jahr davor.
 
Mit den Exporten haben die Produzenten aber erneut viel weniger verdient. Lag der Erlös 2011 noch bei über einer Milliarde Franken und 2012 immerhin noch bei 771 Millionen Franken, waren es 2013 nur noch 327 Millionen Franken.
 
BFE-Sprecherin Marianne Zünd führt diesen Rückgang auf die tiefen Strompreise auf dem europäischen Markt zurück. Insbesondere mit Spitzenstrom, der etwa von Pumpspeicherkraftwerken produziert wird, lasse sich derzeit kaum Geld verdienen. (sda/mrm)