Goldküstengemeinde muss sparen und will Steuerfuss erhöhen

Goldküstengemeinde muss sparen und will Steuerfuss erhöhen

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Zollikon galt bis anhin als eine der steuergünstigsten Zürcher Agglo-Gemeinden. Das könnte sich bald ändern. (Bild: wikicommons)

Den Aufwendungen von 161,1 Millionen stehen neu Erträge von 154,7 Millionen Franken gegenüber, wie die Gemeinde mitteilte. Unter dem Strich resultiert damit noch ein Defizit von 6,4 Millionen Franken. Streichungen oder Kürzungen vorgenommen, hat der Gemeinderat bei sämtlichen Verwaltungsabteilungen. Zudem soll auf verschiedene Leistungen künftig ganz verzichtet werden.

Kein Geld für Energiestadt

So wird etwa der Legislaturschwerpunkt «Energiestadt» nicht mehr weiter verfolgt. Damit entfallen Ausgaben von 177 000 Franken für verschiedene Aktivitäten und Förderbeiträge. Gestrichen hat der Gemeinderat überdies 250 000 Franken für die Entwicklungshilfe im In- und Ausland. 290 000 Franken einsparen will die Behörde durch die Reduktion der Pflege der Waldwege und des Winterdienstes. Dadurch könne eine vakante Stelle in den Unterhaltsdiensten aufgehoben werden. Die Präsidial- und die Gesundheitsabteilung streichen verschiedene Beiträge an externe Organisationen.

Steuerfuss soll trotzdem steigen

Auf der Einnahmenseite fällt der überarbeitete Voranschlag um 2,5 Millionen Franken besser aus. Laut Gemeinderat wurde das Budget Anfang September 2011 erstellt. Damals habe die Hochrechnung einen massiven Einbruch der Steuereinnahmen erwarten lassen. Die Situation habe sich jedoch im Dezember verändert. Der Steuerertrag für das vergangene Jahr liege noch knapp 7,5 Millionen Franken unter dem budgetierten Betrag.

Aus heutiger Sicht erscheine es daher vertretbar, die Steuereinnahmen gegenüber dem ersten Budget optimistischer zu planen. Festhalten will der Gemeinderat an der Steuerfusserhöhung um 6 Prozentpunkte auf 85 Prozent. Die Finanzierung der einmaligen Zusatzzahlung in den Finanzausgleich von 11 Millionen Franken und der dringend notwendige Ersatzbau des Wohn- und Pflegezentums bedingten erhebliche zusätzliche Geldmittel. Diese Ausgaben könnten mit dem heutigen Steuerfuss trotz Sparmassnahmen nicht aus der laufenden Rechnung erwirtschaftet werden. Um die Belastung durch die Fremdfinanzierung in Grenzen zu halten, sei eine Erhöhung des Steuerfusses unumgänglich.

Über das Budget befindet das Zolliker Stimmvolk an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 8. März. (sda/aes)

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