20 Prozent zahlten 2011 keine Sackgebühr

20 Prozent zahlten 2011 keine Sackgebühr

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Im Jahr 2011 gab es in 517 Gemeinden keine Sackgebühr. Dies obwohl das Umweltschutzgesetz, gestützt durch einen Bundesgerichtsentscheid aus dem Jahr 2011, die Finanzierung der Abfallentsorgung nach dem Verursacherprinzip vorschreibt. Die Zahlen des Bafu belegen in dieser Hinsicht einen wahren «Güselgraben». Vor allem die lateinische Schweiz sträubt sich gegen die Sackgebühr, wie der «Tages Anzeiger» schreibt.

496 Gemeinden in den Kantonen Genf, Jura, Tessin, Waadt und dem Wallis kannten die Abgabe 2011 nicht. Auch im Kanton Aargau war die Abfallentsorgung in zehn Gemeinden steuerfinanziert. Heute ist dies nur noch in Oberwil-Lieli der Fall. Die elf Gemeinden des Kantons Nidwalden haben die Sackgebühr erst per 1. Januar 2014 eingeführt.

Tausende Tonnen Potenzial

In den Gemeinden ohne Sackgebühr ist das Potenzial rezyklierbarer Stoffe laut Hochrechnungen gross: 11 000 bis 20 000 Tonnen mehr Papier und Karton liessen sich laut dem Bafu wiederverwerten, würden die betroffenen Gemeinden ein verursachergerechtes Abfallgebührensystem einführen. Bei Glas wären es 4000 bis 12 000 Tonnen.

Bafu-Direktor Bruno Oberle hofft, dass diese Zahlen zur Sackgebühr Wirkung zeigen: «Wir haben den Beweis erbracht, dass dieses System funktioniert und billiger ist als andere», sagt er bei der Präsentation der Studie vor den Medien. (aes/mgt)