Ökologisch beschaffen für Klima und Geldbeutel

Ökologisch beschaffen für Klima und Geldbeutel

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Bei der öffentlichen Beschaffung geht es nicht nur um Milliardenbeträge, sondern auch um hohe Umweltbelastungen. Das Beschaffungswesen ist zwar schon komplex genug. Es lohnt sich aber dennoch, auch die ökologischen Aspekte bei der Entscheidung einzubeziehen. Denn häufig kann man damit nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie schonen.

Gemüseeinkauf
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Ökologisch einkaufen: Die Umstellung auf vegetarische Küche hätte nicht nur auf den CO2-Fussabdruck, sondern auch auf die Verpflegungskosten einen positiven Einfluss.

Von Marianne Stünzi*

Bund, Kantone und Gemeinden beschaffen jährlich Güter und Dienstleistungen im Umfang von rund 40 Milliarden Franken oder sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts. Diese Beschaffungen verursachen nicht nur Kosten, sondern beeinflussen auch die Umwelt erheblich. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Wie viele Tonnen Treibhausgase könnten Bund, Kantone, Städte und Gemeinden theoretisch einsparen, wenn sie systematisch ökologisch beschaffen würden? Und wie würde sich das auf die Kosten auswirken? Diese Fragen beantwortet eine neue Studie, die Infras im Auftrag der Stiftung Pusch durchgeführt hat. Und sie räumt mit dem Vorurteil auf, dass nachhaltige Beschaffung vor allem eines ist: aufwendig und teuer.

Konventionell vs. ökologisch

Die Studie «Potenzial einer ökologischen Beschaffung in der Schweiz» untersucht elf Produktegruppen, die mengenmässig und aus Umweltsicht relevant sind. Für jede dieser Gruppen vergleicht sie die Treibhausgasemissionen und die Kosten eines Standardproduktes mit denjenigen einer ökologischen Best-Practice-Variante, die vergleichbare Leistungen und Funktionalitäten aufweist.

Durch die Kombination dieser Daten mit den geschätzten jährlichen Beschaffungsmengen lässt sich das theoretische Potenzial abschätzen, das sich aus einem Wechsel von einer konventionellen zu einer ökologischen Beschaffung ergibt. Wie viele ökologische Produkte heute tatsächlich beschafft werden, ist nicht Gegenstand der Studie.

Die Studie fokussiert auf Güter mit Verbrauchscharakter. Dabei entspricht die Best-Practice-Variante nicht zwingend der besten verfügbaren Technologie, sondern einer ökologischen Variante, die zum heutigen Zeitpunkt ohne grosse Hürden eingesetzt werden kann. So wurde beispielsweise als Alternative zu einem benzinbetriebenen Standardfahrzeug nicht ein Elektroauto, sondern ein Benzin-Hybrid-Fahrzeug gewählt. Denn eine vollständige Umstellung auf Elektrofahrzeuge wäre heute nur mit dem forcierten Ausbau eines umfassenden Elektrotankstellennetzes realisierbar. (...)

*Marianne Stünzi ist stellvertretende Geschäftsleiterin der Stiftung Pusch, die sich für den Umweltschutz, eine nachhalige Nutzung der Ressourcen und artenreiche Lebensräume einsetzt.