Hochwasserschutz ja, hohe Kosten nein

Hochwasserschutz ja, hohe Kosten nein

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Teaserbild-Quelle: Bild: Kanton LU

Welche Schäden ein Hochwasser im Reusstal anrichten kann, haben die Überschwemmungen im Jahr 2005 vor Augen geführt. Gemäss dem Luzerner Regierungsrat Robert Küng hat sich die Lage seit jenem Ereignis noch verschärft. Die Gefahr, dass die über 150-jährigen Reuss-Dämme einem weiteren Hochwasser nicht standhalten würden, nehme stetig zu.

Emmen beklagt unklare Finanzierung

Das Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» sieht neue Dämme, Aufweitungen und Entlastungen vor, um die Abflusskapazität der Reuss zu erhöhen. Die Massnahmen betreffen einen Flussabschnitt von 13 Kilometern Länge – von der Einmündung der Kleinen Emme in Emmenbrücke bis zu den Kantonsgrenze zu Zug und Aargau in Honau LU. Gesamthaft belaufen sich die Kosten gemäss Bau- und Auflageprojekt auf rund 167 Millionen Franken (Stand 31.1.2014).

Am Projekt sollen sich neben Bund und Kanton Luzern auch die Gemeinden beteiligen. Der Gemeinderat von Emmen hat nun aber Einsprache gegen das Vorhaben erhoben. Zwar begrüsse er die Hochwasserschutzmassnahmen grundsätzlich. Unklar sei jedoch die Finanzierung, heisst es seitens der Gemeinde.

Anrainergemeinden wollen höchstens 5 Prozent der Kosten tragen

Bis zu 80 Prozent soll, so hofft Luzern, vom Bund übernommen werden. Gemäss dem aktuell vorgeschlagenen Kostenteiler müssten die Anrainergemeinden zusammen 12,3 Prozent der Kosten übernehmen. Dies sei nicht tragbar, schreibt der Gemeinderat Emmen. Er erachtet einen Beitrag der Gemeinden von 5 Prozent als Höchstwert.

Auch der Gemeindeverband «LuzernPlus» hat sich für dieses Kostendach ausgesprochen. Der Schutz von Bevölkerung und Infrastruktur entlang der grössten Fliessgewässer des Kantons sei eine wesentliche Aufgabe der kantonalen und nationalen Behörde, teilte er letzte Woche mit.

Angst vor versteckten Unterhaltskosten

 Weiter fordert der Emmer Gemeinderat, dass der Unterhalt des Gewässerraumes durch den Kanton sichergestellt werde. Der Unterhalt der neu geschaffenen Infrastrukturen werde kostenintensiver sein als der Unterhalt der heutigen Anlagen.

Total hat der Gemeinderat 27 Änderungsanträge eingereicht. Diese betreffen etwa die Rodungen, die Verkehrsknoten oder die Freiräume.

Auch Umweltverbände und Bauern kritisieren Projekt

Neben den Gemeinden kritisieren auch die Umweltverbände und die Landwirte das Hochwasserschutzprojekt. Dessen öffentliche Auflage ist am 24. März abgeschlossen worden. (sda/mrm)