Hochwasser: Wo der Boden nicht mehr alles schluckt

Hochwasser: Wo der Boden nicht mehr alles schluckt

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: zvg

Überschwemmungen gibt es nicht nur, weil Gewässer über die Ufer treten. Auch Regen, der nicht im Boden versickert und über das offene Gelände abfliesst, kann zu Hochwasser führen. Eine neue gesamtschweizerische Karte soll helfen, diese Gefahr durch präventive Massnahmen zu mindern.

Überschwemmung
Quelle: 
zvg

Etwas, das sich in den letzten Jahren häuft: Ein überfluteter Weg, der nicht direkt an ein Gewässer grenzt (Symbolbild).

Anfangs Juli 2018 jährt sich das verheerende Unwetter und Hochwasser von Zofingen AG mit Schäden in Höhe von 90 Millionen Franken zum ersten Mal. Schuld war grösstenteils Wasser, das der Boden nicht mehr schluckte, der sogenannte Oberflächenabfluss. Auch letzten Monat ist das Phänomen an verschiedenen Orten wieder aufgetreten, zum Beispiel in Lausanne und Frauenfeld. Überflutungen entstehen also nicht allein durch Bäche, Flüsse oder Seen, die über die Ufer treten. Bei Starkniederschlägen geht sogar rund die Hälfte der Schäden auf das Wasser zurück, das auf der Geländeoberfläche abfliesst.

Bei heftigen Unwettern und langandauernden Niederschlagsereignissen gelangt dieses über Gebäudeöffnungen wie Garageneinfahrten, Lichtschächte oder Kellerfenster ins Gebäudeinnere und kann grossen Schaden an Gebäude, Mobiliar und Geschäftsinventar verursachen. Der Bund, der Schweizerische Versicherungsverband und die kantonalen Gebäudeversicherungen haben deshalb gemeinsam die «Gefährdungskarte Oberflächenabfluss» erstellt um damit eine wichtige Lücke in der Prävention von Naturgefahren zu schliessen.

Zwei Drittel der Schweizer Gebäude betroffen

Die landesumfassende Karte zeigt, welche Gebiete gefährdet sind und wie tief sie unter Wasser stehen können. Sie beruht auf einer wissenschaftlich fundierten Modellierung ohne Plausibilisierung im Gelände und verzeichnet Ereignisse, die nach heutiger Einschätzung höchstens alle 100 Jahre auftreten. Unter diesen Prämissen sind rund zwei Drittel der Gebäude in der Schweiz potenziell vom Oberflächenabfluss betroffen.

Die Gefährdungskarte ist ein wertvolles Instrument für die Raumplanung, und um wirksame Präventionsmassnahmen zu ergreifen. Mit einfachen und kostengünstigen Schutzmassnahmen lassen sich Schäden massiv reduzieren oder gar verhindern. Dank der neuen Karte ist die Schweiz besser für die Klimaerwärmung mit heftigeren und häufigeren Niederschlagsereignissen gerüstet. (mgt/sda/gd)