Eine Entwicklungsstrategie für den Berner Wald

Eine Entwicklungsstrategie für den Berner Wald

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Teaserbild-Quelle: Bild: Andreas März (CC BY 2.0)

Der Nachhaltigkeitsbericht 2013 zum Zustand des Berner Waldes hat es deutlich aufgezeigt: Die Waldbewirtschaftung ist eine Schwachstelle im Berner Wald. Die Erlöse sind tief, die Strukturen komplex, die Kosten hoch. Dabei ist Holz ein gefragter Rohstoff. Der Holzbau erlebt momentan einen eigentlichen Boom. Wenn der Wald aber nicht nachhaltig bewirtschaftet wird, gerät die inländische Holzverarbeitungskette in Schwierigkeiten, der Schutzwald büsst an Wirkung ein und die Biodiversität leidet.

Gestützt auf die Ergebnisse des Berichts haben das Amt für Wald des Kantons Bern und der Verband der Berner Waldbesitzer (BWB) im Januar 2014 das Projekt «Nachhaltige Waldwirtschaft BE» gestartet. Ziel des Projekts ist es, die Berner Waldwirtschaft stärker unternehmerisch auszurichten und zugleich die sozialen und ökologischen Leistungen des Waldes sicherzustellen.

Bewirtschaftung ist Sache der Besitzer

Das nun vorliegende Ergebnis des Projekts besteht aus dem Programm «Nachhaltige Waldwirtschaft BE» und umfasst folgende vier Elemente:

 

  • Das Amt für Wald und die Berner Waldbesitzer unterzeichnen eine gemeinsam erarbeitete Entwicklungsstrategie, welche die unterschiedlichen Rollen definiert: Der Staat nimmt die im Waldgesetz geregelten Aufgaben wie Aufsicht, Rahmenbedingungen, Beratung, öffentliche Leistungen wahr; die Waldbewirtschaftung hingegen ist Aufgabe der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer.

 

  • Das Amt für Wald bietet für die Akteure der Waldwirtschaft Weiterbildungen an. An Fachtagungen lernen Waldverantwortliche von Burger- und Einwohnergemeinden oder weiteren Institutionen, die Wald besitzen, wie sie das Potenzial ihrer Wälder erkennen und besser nutzen können.

 

  • Das Amt für Wald begleitet und fördert die Waldbesitzer bei der Entwicklung von Strategien, Prozessen und Strukturen für eine erfolgreiche Waldbewirtschaftung. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, dass sich die Waldeigentümer zu grösseren Waldunternehmen zusammenschliessen.

 

  • In der Zusammenarbeit zwischen dem Kanton und den Waldbesitzer-Organisationen werden neue, partnerschaftliche Ansätze entwickelt, dies beispielsweise im kleinstrukturierten Privatwald zwischen Förstern und Holzvermarktungsorganisationen.


Umsetzung ab 2016

Umgesetzt wird das Programm ab 2016, wenn die Verhandlungen des Amts für Wald mit dem Bund bezüglich des Förderprogramms Waldwirtschaft abgeschlossen sind. Mit einem über den Nationalen Finanzausgleich finanzierten Programm soll künftig vermehrt die wirtschaftliche Entwicklung von Forstbetrieben gefördert werden.

Unterstützt werden Massnahmen wie die Weiterbildung der Akteure, die Entwicklung klarer Strategien und professioneller Strukturen sowie Innovation bei der Planung und Steuerung der Holzernte und -logistik. Von einer stärkeren Waldwirtschaft profitiere die gesamte Wertschöpfungskette «Holz», teilt der Kanton mit.

Das Programm wird im bestehenden Finanzrahmen durchgeführt. Die Beiträge des Kantons werden nicht erhöht.

Innovation und Eigeninitiative

Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, fordert die Berner Waldbesitzer auf, ihren Spielraum zu nützen und innovative Projekte umzusetzen. Vom Boom beim Bauen mit Holz soll auch die regionale Wald- und Holzwirtschaft profitieren.

Die am Programm «Nachhaltige Waldwirtschaft BE» beteiligten Akteure zeigten sich überzeugt davon, dass sie mit den präsentierten Massnahmen die unternehmerische Entwicklung der Waldwirtschaft anstossen können. Entscheidend seien dabei das Engagement und die Initiative der Waldbesitzer in den Regionen. Das Amt für Wald werde sie dabei unterstützen. (mgt/aes)

Die Entwicklungsstrategie Waldwirtschaft BE (PDF)