Die Hälfte der Schweizer Wälder dient dem Schutz von Mensch und Infrastruktur

Die Hälfte der Schweizer Wälder dient dem Schutz von Mensch und Infrastruktur

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Teaserbild-Quelle: Bild: jack_of_hearts_398/flickr.com

Das Waldgesetz aus dem Jahr 1991 verpflichtet die Kantone, Schutzwälder auszuscheiden. Da die Funktionen und Kriterien, die ein Schutzwald erfüllen muss, anfänglich zu wenig klar definiert waren, erfolgte die Schutzwaldausscheidung während langer Zeit von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich. Um diese Lücke zu schliessen, lancierte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) das Projekt «SilvaProtect-CH». Dank der Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen gelang es, eine einheitliche Methode auszuarbeiten. Anhand der im Projekt «SilvaProtect-CH» genutzten Geodaten konnte zudem die Fläche der Schutzwälder abgeschätzt werden. Ausserdem wurde eruiert, vor welchen Naturgefahren diese Wälder Schutz bieten.

585 000 Hektaren Schutzwald

49 Prozent des Schweizer Waldes erfüllen eine Schutzfunktion. Das entspricht einer Fläche von rund 585 000 Hektaren. Naturgemäss ist der Anteil der Schutzwälder in den Alpen höher: Im Wallis und im Tessin haben knapp 90 Prozent der Wälder eine Schutzfunktion. Aber auch städtisch geprägte Kantone wie Zürich, Basel-Stadt oder Genf besitzen Schutzwälder. Ein Viertel aller Schweizer Verkehrswege (Eisenbahnlinien und Strassen) sind potenziell Naturgefahren wie Rutschungen, Lawinen, Felsstürzen oder Steinschlägen ausgesetzt. Der grösste Teil der Schutzwälder dient dazu, Gebäude und Strassen vor derartigen Ereignissen zu bewahren.

Im Projekt «SilvaProtect-CH» konnte zudem ein Verteilschlüssel für die Bundessubventionen zur Schutzwaldpflege festgelegt werden. Dieser Verteilschlüssel kam bereits beim Abschluss von Programmvereinbarungen mit den Kantonen im Rahmen der Neugestaltung der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen zur Anwendung. Von den Kosten für den Unterhalt dieser «natürlichen Schutzverbauungen» trägt der Bund 40 Prozent, das sind knapp 60 Millionen Franken pro Jahr. Der Rest wird von den Kantonen und den Nutzniesserinnen und Nutzniessern des Schutzes (z. B. Gemeinden oder Betrieben des öffentlichen Verkehrs) übernommen. (mgt/aes)

Der Schlussbericht zum Projekt «SilvaProtect-CH»