Der Kampf gegen die Resistenz

Der Kampf gegen die Resistenz

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Teaserbild-Quelle: Bild: John Voo (CC BY 2.0)

Antibiotikaresistenzen nehmen zu. Auch im gereinigten Abwasser der Abwasserreinigungsanlagen lassen sich noch resistente Bakterien nachweisen. Welche Ansätze werden verfolgt, um ihre Zahl so niedrig wie möglich zu halten? Und wie hilfreich sind dabei neue Reinigungsstufen wie Ozonung oder Aktivkohlefilter?

Bakterien (Symbolbild)
Quelle: 
John Voo (CC BY 2.0)

Die Abwasserreinigungsanlagen sind nicht in der Lage, sämtliche antibiotikaresistenten Bakterien aus dem Wasser zu eliminieren (Symbolbild).

Die Zeit wird kommen, in der Penicillin von jedermann gekauft werden kann. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Unwissende das Penicillin in zu niedrigen Dosen verwendet. Indem er die Mikroben nun nicht tödlichen Dosen aussetzt, macht er sie resistent», befürchtete Alexander Fleming, der Entdecker des Penicillins, schon 1945. Und er behielt bekanntlich Recht.

Antibiotikaresistenzen nehmen zu. «Das ist eine der grössten biologischen Bedrohungen unserer Zeit», schreibt die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) in einer Publikation zum Eintrag antibiotikaresistenter Bakterien ins Abwasser. Grosse Mengen antibiotikaresistenter Bakterien kommen mit dem Abwasser auch in unsere Abwasserreinigungsanlagen (ARA).

Freisetzung stoppen

Die grosse, nach wie vor offene Frage lautet: Was sind die grössten Quellen für den Eintrag resistenter Bakterien? Abwässer aus Forschung, aus Spitälern, Siedlungen, der Tierzucht? Noch ist das trotz aller Forschungsbemühungen nicht klar.

Die Kommunen haben als Betreiber der ARA eine wichtige Aufgabe, wenn es darum geht, den Kreislauf und die Freisetzung immer neuer Resistenzgene zu stoppen. «Grundsätzlich machen die Schweizer ARA einen sehr guten Job. Die Fracht an Bakterien wird um 90 bis 99 Prozent reduziert, auch die der antibiotikaresistenten Bakterien. Die ARA stellen also eine sehr gute Barriere dar», kann Helmut Bürgmann von der Eawag bestätigen, nachdem er mit seinem Team 22 Schweizer ARA untersucht hat, in deren Einzugsgebiet sich zum Teil auch Spitäler oder pharmazeutische Industrie befanden.

Resistente Bakterien würden im geklärten Abwasser verbleiben, weil es in der Schweiz, anders als in den USA, nicht desinfiziert werde, erklärt Bürgmann weiter. «Doch auch dort wird trotzdem ein Austrag von Resistenzen gemessen und diskutiert, ob Desinfektion nicht sogar zu einer zusätzlichen Selektion beiträgt. So oder so – auch die ARA in der Schweiz stellen unbenommen ihrer hervorragenden Leistung weiterhin eine bedeutende Eintragsquelle antibiotikaresistenter  Bakterien in die aquatische Umwelt dar.» Einige Arten sind in der Umwelt überlebensfähig. «Wir konnten eine Erhöhung der Resistenzhäufigkeit auch flussabwärts in den Fliessgewässern nachweisen», erläutert Bürgmann die Ergebnisse derUntersuchungen. (...)

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