Dem Wald geht es gut, den Forstbetrieben nicht

Dem Wald geht es gut, den Forstbetrieben nicht

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Teaserbild-Quelle: Bild: Zvg

Der Wald  hat in den letzten zehn Jahren kaum unter aussergewöhnlichen Naturereignissen gelitten. Dafür breiten sich invasive Pflanzen vermehrt aus. Das gilt etwa für den chinesischen Götterbaum, der einheimische Arten aus naturnahen Lebensräumen verdrängt. Dennoch hat sich die Biodiversität im Wald verbessert und die Artenvielfalt hat zugenommen. Laut Bafu hat die naturnahe Waldbewirtschaftung viel dazu beigetragen. Heute entstehe 90 Prozent der Waldverjüngung natürlich, zehn Prozent werde gepflanzt.

Forstbetriebe in prekärer wirtschaftlicher Lage

Weil sich die Wälder im Laufe der vergangenen Jahre auch verdichtet haben, schützen sie heute besser vor Naturgefahren wie Murgängen, Lawinen oder Steinschlägen. Nach wie vor fehle es aber an in einzelnen Gebieten an Verjüngung, schreibt das Bafu in seiner Medienmitteilung. Zudem haben die Verbissschäden durch Rehe und Hirsche an jungen Bäumen zugenommen.  

Nicht verändert hat sich die wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe: Sie gestaltet sich nach wie vor schwierig. Die Erlöse aus der Holzvermarktung reichen heute nicht mehr aus, um die Produktionskosten und die weiteren Leistungen, die der Wald erbringen soll, zu decken. Diesem Problem soll laut Faktenblatt zum Waldbericht mit der Erschliessung zusätzlicher Einnahmequellen begegnet werden. Damit sich die Situation bessert, braucht die Wald- und Holzwirtschaft laut Bericht bessere Marktbedingungen und bedarf weiterer Massnahmen zur Kostensenkung und Erschliessung neuer Einnahmequellen.  

Freizeitaktivitäten im Wald werden zum Problem

Eine weitere Herausforderung dürfte laut Bericht in der nächsten Zeit aus der zunehmenden Freizeitaktivitäten im Wald erwachsen. Vor allem in Tourismusgebieten, Städten und Agglomerationen steigen diese an. Die Sicherheit im Wald und bei der Waldbewirtschaftung gewinnt damit an Bedeutung. Die Erfüllung der teils gegensätzlichen Ansprüche an den Wald müsse im Rahmen der Waldbewirtschaftung künftig noch konsequenter aufeinander abgestimmt werden. (mai/mrm/mgt)