Unterhalt auf leisen Sohlen

Unterhalt auf leisen Sohlen

Gefäss: 
Mit Akku im Einsatz

Ob Motorsäge, Heckenschneider oder Laubbläser: Für immer mehr benzinbetriebene Kleingeräte gibt es leisere, schadstofffreie Alternativen mit Akku. Zürichs Grünflächenpfleger kennen die Stärken und Schwächen verschiedener Batteriegeräte bereits aus eigener Erfahrung.

Könnte die Bevölkerung das unbeliebteste Gerät im Grünflächenunterhalt wählen, so hätte der benzinbetriebene Laubbläser beste Aussichten auf einen Spitzenplatz. Sein ohrenbetäubendes Knattern zieht regelmässig den Zorn von Passanten und Anwohnern auf sich. Aus Sicht der Anwender würde die Bewertung natürlich ganz anders ausfallen, schliesslich erleichtern die lärmigen Geräte ihre Arbeit enorm.

In Zürich besteht Hoffnung auf eine Versöhnung zwischen ruhebedürftigen Bewohnern und den auf Effizienz bedachten Mitarbeitern des Grünflächenunterhalts: Die Dienstabteilung Grün Stadt Zürich hat beschlossen, die benzinbetriebenen Laubbläser nach und nach durch Akkumodelle zu ersetzen. Zwar arbeiten auch diese nicht lautlos, sie tönen aber im Betrieb nicht mehr nach einem röhrendem Motor, sondern eher nach einem lauten Haarfön. Die Lärmemissionen eines Elektromodells liegen noch bei etwa 80 Dezibel und damit in der Grössenordnung einer stark befahrenen Hauptstrasse. Sie dürften daher weniger negativ wahrgenommen werden als jene von Modellen mit Benzintank, die teils an die 100 Dezibel laut werden, was ungefähr den Emissionen eines Presslufthammers entspricht.

In lärmsensiblen Bereichen setzt Zürich schon seit Jahrzehnten auf geräuscharme Elektromotoren, etwa im Friedhofsunterhalt, wo aus Pietätsgründen möglichst leise Arbeitsgeräte gefordert sind. Das dienstälteste Elektrofahrzeug ist auf dem Friedhof Hönggerberg im Einsatz – ein Schweizer Fabrikat mit Jahrgang 1938.

Seither ist die Zeit nicht stehen geblieben. Gerade in den letzten zwei Jahren hat sich auf dem Markt für Akkugeräte und Elektrofahrzeuge einiges getan. Deshalb kommen bei Grün Stadt Zürich laufend mehr batteriebetriebene Gefährte zum Einsatz. Dazu zählen Nutzfahrzeuge wie der Goupil-Transporter und der Piaggo Porter, aber auch Segway-Stehroller und Elektro-Velos. Neben den geringen Lärmemissionen stehen dabei ökologische Überlegungen im Vordergrund. «Wir sehen in der Elektrifizierung unserer Flotte eine gute Möglichkeit, den Nachhaltigkeits- und Umweltzielen der Stadt Zürich einen Schritt näher zu kommen», sagt Axel Fischer, Leiter des Geschäftsbereichs Unterhalt.

Autoren

Marcel Müller
Chefredaktor Bauwelt.ch / ehemaliger Chefredaktor Kommunalmagazin