«Tanz dich frei»: Polizei setzt auf Internetfahndung

«Tanz dich frei»: Polizei setzt auf Internetfahndung

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Teaserbild-Quelle: Bild: Kantonspolizei Bern

Zu Fahndungszwecken hat die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland in der vergangenen Woche die Veröffentlichung von Bildmaterial verfügt, welches bislang unbekannte, mutmassliche Täter zeigt, die sich rund um den Anlass «Tanz dich frei» vom 25. Mai strafbar gemacht haben sollen. Die Fotos können laut Kantonspolizei Bern ab sofort bis auf Widerruf eingesehen werden. Am Anlass demonstrierten gegen 10 000 Personen für mehr Freiräume und feierten eine unbewilligte Outdoor-Party. Im Umfeld kam es zu Sachbeschädigungen und Gewalt.

Auch weiterhin kann bei der Kantonspolizei Bern Bild- und Videomaterial eingereicht werden, das Rückschlüsse auf die Identität von Personen zulässt, die rund um «Tanz dich frei» strafbare Handlungen begangen haben. Entsprechende Aufnahmen können auf der Internetplattform der Kantonspolizei Bern hochgeladen werden.

Organisiert wurde «Tanz dich frei» mit Hilfe der neuen Medien und vorab über Facebook und Twitter. Dass nun auch die Polizei das Internet als Arbeitsinstrument nutzt, ist nur eine logische Folge.

Bisher grösste Öffentlichkeitsfahndung

Personen, die sich rund um den Anlass strafbar gemacht haben, hatten die Möglichkeit, sich selbst bei der Kantonspolizei Bern zu melden und damit die Aufschaltung der sie betreffenden Fahndungsfotos zu verhindern. Die Polizei hat insgesamt 93 Bilder auf ihrer Webseite veröffentlicht. Verschiedene mutmassliche Täter werden jedoch mehrmals gezeigt. Laut Kantonspolizei Bern handelt es sich um die grösste je im Kanton Bern durchgeführte Öffentlichkeitsfahndung.

Polizei und Justiz fahnden nach Personen, die sich des Landfriedensbruchs, der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, der Sachbeschädigung, des Diebstahls oder Hausfriedensbruchs, der Körperverletzung und der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz schuldig gemacht haben sollen. Es bleibt zu hoffen, dass die Polizei die Vorabklärungen gewissenhaft geführt hat und keine Unschuldigen an den «Internetpranger» stellt. (mgt/aes)

Der Fahndungsaufruf zu «Tanz dich frei» auf der Website der Berner Kantonspolizei