Studie: Glarner Gemeindefusion ein Erfolg

Studie: Glarner Gemeindefusion ein Erfolg

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Teaserbild-Quelle: Bild: zvg



Die ehemals 25 Glarner Gemeinden fusionierten anfangs 2011 zu den drei Grossgemeinden Glarus, Glarus Nord und Glarus Süd. Fünf Jahre nach dieser schweizweit bisher radikalsten Gemeindereform ging die HTW Chur in einer Studie der Frage nach, in welchem Umfang die Pionierleistung der Glarner gelungen ist (Studie online nicht verfügbar).

Der Glarner Regierungsrat stellt nach eigenen Angaben mit Freude fest, dass ein Grossteil der Ziele der Fusion erreicht wurde. So sei es gelungen, die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinden nachhaltig zu verbessern und den finanziellen Handlungsspielraum zurückzugewinnen, teilt die Kantonsregierung mit. Auch sei der Grad an Gemeindeautonomie gestiegen.

Laut dem HTW Fusions-Check wurden zudem bei den Kriterien «Professionalität der Verwaltung», «positive Aussenwirkung» und «Mitwirkungsrechte» wesentliche Fortschritte erzielt.

Grössere Gemeinden, kleinere Partizipation

Kritisch hingegen beurteilt der Fusions-Check hingegen die Partizipation am politischen Prozess. «Es muss dabei aber berücksichtig werden, dass die Glarner seit 2011 auch über Themen aus den Nachbardörfern mitbestimmen können», sagt dazu SVP-Regierungsrätin Marianne Lienhard. «Grössere Gemeinden haben unabhängig von Fusionen tiefere Teilnehmerzahlen, wobei die Beteiligung unmittelbar nach der Fusion höher war und später in der Summe eher abgenommen hat. Die Leute nehmen vor allem bei Themen teil, die ihr Interesse wecken und von denen sie direkt betroffen sind.»

Gemäss der Glarner Regierung geht aus dem «Fusions-Check» aber trotzdem hervor, dass die Bevölkerung zufrieden ist mit den politischen Behörden. Auch die Qualität der öffentlichen Dienste habe sich gegenüber 2008 verbessert.

Glarner Gemeinden weisen Überschüsse aus

Gleichzeitig mit der Fusionsstudie wurde das Gemeindefinanzrating 2014 veröffentlicht. Die Glarner Gemeinden weisen in ihren Jahresrechnungen Ertragsüberschüsse von insgesamt 5,9 Millionen Franken aus. Ohne zusätzliche Abschreibungen von 4,8 Millionen wären sogar Überschüsse von total 10,7 Millionen Franken möglich gewesen.

Die Eigenmittel der Gemeinden sind laut Regierung weiter angewachsen. Sie stiegen auf total 230 Millionen Franken. Die Herausforderung der Finanzverantwortlichen der Gemeinden bestehe nun darin, das kumulierte Ergebnis der Erfolgsrechnungen mittelfristig auszugleichen und die anstehenden Investitionen langfristig selber zu finanzieren. (sda/mgt/aes)