Studie empfiehlt offenen Zugang zu Behördendaten

Studie empfiehlt offenen Zugang zu Behördendaten

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Die politischen Behörden und öffentlichen Verwaltungen der Schweiz haben zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben über umfangreiche Datenbestände aufgebaut. Diese Daten enthalten wertvolle Angaben über viele Lebensbereiche unserer Gesellschaft und sind für eine breite Öffentlichkeit von Interesse – man denke beispielsweise nur an die Wetterdaten, die vom Bund über MeteoSchweiz zur Verfügung gestellt werden.

Dank dem Internet könn(t)en viele weitere Behördendaten ausserhalb ihres primären Anwendungsbereichs für die Nutzung durch Dritte bereitgestellt werden, in der Regel ohne grossen Aufwand. Der Begriff «Open Government Data» (OGD) bezeichnet eine solche freie Zugänglichkeit und Wiederverwendung von Behördendaten. Das Konzept entspricht dem Grundgedanken des Öffentlichkeitsprinzips.

Offene Daten bisher noch kaum ein Thema

Gleichzeitig stellt es eine Weiterentwicklung dar; denn die Behörden stellen ihre Daten nicht nur im Einzelfall und auf Anfrage zur Verfügung, sondern allgemein und auf Basis eines politischen Auftrages. Dies verspricht mehr Transparenz, gesellschaftlichen Nutzen und wirtschaftliches Wachstum.

Für die Schweiz ist die Praxis von «Open Government Data» noch Neuland. Auch wenn zahlreiche Regierungen in letzter Zeit OGD-Initiativen gestartet haben, z.B. in den USA (2009), in Grossbritannien (2010) oder in der EU (2011), stellt sich die Frage, was OGD der Schweiz bringen.

Potenzial für volkswirtschaftliches Wachstum

Die Berner Fachhochschule hat in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern nach Antworten gesucht und diese in einer Studie zusammengefasst. Diese kommt zum Schluss, dass sich OGD lohnen. Gemäss der Studie schaffen OGD Potenzial für gesellschaftlichen Nutzen sowie betriebliches und volkswirtschaftliches Wachstum.

Innovative Unternehmen, Privatpersonen und Organisationen können mit frei zugänglichen Daten aus verschiedenen Verwaltungsbereichen neue Informationsdienstleistungen entwickeln. Zudem würden OGD den Grundgedanken des Öffentlichkeitsprinzips erweitern. Bürger, Parteien und Medien können dank OGD einen transparenteren Einblick in die Tätigkeit von Regierung und Verwaltung erhalten und haben damit die Möglichkeit, ihre politischen Rechte kompetenter wahrzunehmen. 

Besser Qualität von Behördendaten

OGD können laut der Studie die datenbasierte Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit fördern und dank Feedback der OGD-Nutzer eine bessere Qualität der Behördendaten ermöglichen. Die Investitionen für OGD seien verglichen mit dem wirtschaftlichen Potenzial minimal. 

Um das Potenzial der Behördendaten auf allen föderalen Ebenen nutzen zu können, so fordern die Verfasser der Studie, sollen Regierungen und Parlamente OGD-Initiativen starten und ihre Datensammlungen schrittweise für eine freie Verwendung zugänglich machen. (mgt/mrm)