Stadt Zürich mottet Staatskarossen ein

Stadt Zürich mottet Staatskarossen ein

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Teaserbild-Quelle: Bild: M 93 (CC BY-SA 3.0 DE)

Ein Mercedes der S-Klasse und ein Audi A8 standen bisher stets auf Abruf in der VBZ-Zentralwerkstätte in Zürich-Altstetten bereit. Speziell ausgebildete VBZ-Chauffeure fuhren die neun Stadträte, die Stadtschreiberin und den Rechtskonsulenten bei Bedarf an die von ihnen gewünschten Orte. Doch damit ist nun Schluss, der Dienstwagenbetrieb wird per Ende Jahr aufgehoben, wie der Stadtrat nach Angaben des «Tages Anzeigers» entschieden hat.

Die beiden Dienstwagen werden verkauft und die Parkplätze vermietet, bestätigt Renata Huber, Sprecherin des Departements der Industriellen Betriebe die Meldung. Neu bestellt die Stadtkanzlei für die Stadträte bei Bedarf entweder ein Taxi oder zu repräsentativen Anlässen einen privaten Limousinenservice.

Zu geringe Nachfrage

Der Stadtrat begründet die Abschaffung des eigenen Fahrdiensts mit der seit Jahren rückläufigen Nachfrage nach den Staatskarossen. Dadurch stiegen die durchschnittlichen Kosten pro Fahrt konstant. Wurden die Autos im Jahr 2008 noch für 90 Fahrten angefordert, waren es letztes Jahr nur noch 28 Fahrten.

Die Kilometerzahl pro Fahrt verminderte sich in diesen sechs Jahren von durchschnittlich 137 auf 120 Kilometer. 2008 betrugen die durchschnittlichen Kosten pro Fahrt 942 Franken, erhöhten sie sich bis 2014 auf 1514 Franken. Letztes Jahr verursachte der Dienstwagenbetrieb Kosten von 45 800 Franken, wie der Stadtrat vorrechnet. Diesen Betrag will er künftig einsparen.

Trend zu Umweltbewusstsein

Dass die Stadtzürcher Staatskarossen immer öfter in der Garage blieben, hängt damit zusammen, dass die Wege in Zürich kurz und mit dem öffentlichen Verkehr gut zu erreichen sind, wie Renata Huber gegenüber dem «Tages Anzeiger» sagt.

Aber auch persönliche Motive könnten mitgespielt haben: Im rotgrün dominierten Gremium, das die 2000-Watt-Gesellschaft propagiert, hat sich in den letzten Jahren der Trend zu umweltbewusstem Verhalten und zum Gebrauch von Velo und öffentlichen Verkehrsmitteln klar verstärkt. Da stehen Luxuslimousinen etwas quer in der Landschaft. (aes)