Stadt Thun verbietet Durchfahrt der Tour de Suisse

Stadt Thun verbietet Durchfahrt der Tour de Suisse

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2005 passierte die Tour de Suisse zum letzten Mal die Stadt Thun. Heuer wäre es wieder soweit gewesen, doch der Tross wird nun doch um die Kyburgstadt geleitet. Vor der Durchführung eines derartigen Anlasses werde jeweils Rücksprache genommen mit den betroffenen Organisationen wie der Polizei, der Feuerwehr und den Verkehrsbetrieben, sagte die Thuner Gemeinderätin Ursula Haller (BDP).

Diese Organisationen rieten von einem Rennen durch Thun ab. Das örtliche Gewerbeinspektorat verwies in einem Schreiben auf verschiedene Baustellen in der Stadt. Würde nun auch noch die rechte Thunerseestrasse blockiert, «stünde der Feierabendverkehr vor einem Kollaps», wie es in dem Papier heisst.
 
57 Buskurse statt Velos

Die geplante Route der Radrennfahrer sei eine stark befahrene Strasse, die kaum eine alternative Streckenführung zulasse. Nicht nur der private Verkehr wäre stark tangiert, sondern vor allem auch der Busverkehr, der 57 Kurse ausfallen lassen müsste. Prekär würde die Lage auch für den Einsatz von Rettungsdiensten.

Darüber hinaus mussten die Thuner Einwohner in den letzten Monaten grössere Einschränkungen wegen eines Strassenbauprojektes in dieser Stadtgegend in Kauf nehmen. Ihnen habe man nicht noch weitere Einschränkungen aufbürden wollen, sagte Haller. Schliesslich komme dazu, dass in der gleichen Woche mit dem Super Sprint Triathlon ein weiterer Grossanlass in der Stadt Thun durchgeführt werde.
 
Unverständnis bei den Organisatoren

Den Entscheid nicht nachvollziehen kann Rolf Huser, Sport- und Wirtschaftsdirektor der Tour de Suisse: «Die Strecke hätte nicht durch die Innenstadt, sondern von der Hofstettenstrasse über die Burgstrasse direkt wieder aus der Stadt in Richtung Steffisburg geführt. Wenn überall in der Schweiz so argumentiert würde, wäre die Tour de Suisse gar nicht mehr durchführbar.»
 
Die Thuner Bildungs-, Kultur und Sportdirektorin Haller bedauert die Absage. Nur zu gerne hätte sie Fabian Cancellara und den Tour-de-Suisse-Tross vor der pittoresken Thuner Stadtkulisse vorbeiflitzen sehen. Doch die Einwände der betroffenen Organisationen in den Wind schlagen wollte die Stadt auch nicht. Nun bleibt ihr die Hoffnung, dass die Rundfahrt ein anderes Mal nach Thun kommt. In einem Mail an die Tour-de-Suisse-Leitung schreibt Haller jedenfalls, die Stadt sei bereit, bei den kommenden Planungen Hand zu bieten. (aes/sda)