Stadt Luzern legt Wärmeversorgung in einem neuen Richtplan fest

Stadt Luzern legt Wärmeversorgung in einem neuen Richtplan fest

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Teaserbild-Quelle: Bild: Pixelio

Mit dem revidierten Richtplan verfolgt die Stadt Luzern das Ziel, Wärmeangebot und Wärmenachfrage räumlich zu koordinieren. Damit soll gemäss einer Mitteilung der Stadt erreicht werden, dass vermehrt standortgebundene Abwärme und erneuerbare Energie genutzt werden.

Stadt Luzern zu 85 Prozent mit Erdöl beheizt

Als lokale nachhaltige Wärmequellen nennt die Stadt das Seewasser, die Abwärme oder Holz. Zudem soll die Energienutzung effizienter werden. Heute basiere die Wärmeversorgung der Stadt zu über 85 Prozent auf Erdöl, das aus dem Ausland importiert werden müsse, teilte die Stadt mit. Damit flössen 100 Millionen Franken jährlich ins Ausland.

Der neue Richtplan deckt die Zeit bis 2035 ab. Er ist behördenverbindlich, aber nicht grundeigentümerverbindlich. Zum öffentlich aufgelegten Richtplan kann Stellung genommen werden, Rechtsmittel können aber nicht ergriffen werden. Der Grosse Stadtrat dürfte den Richtplan Energie Ende 2015 behandeln.

Littauer Schulhäuser im Verbund heizen

Ein Beispiel dafür, wie die Wärme künftig in Luzern produziert werden soll, ist der Wärmeverbund Littau. Die Stadtregierung möchte, dass künftig fünf Schulhäuser im Stadtteil Littau ihre Wärme über diesen beziehen. Sie beantragt dem Parlament, den entsprechenden Wärmelieferverträgen zuzustimmen und einen Kredit von 3,2 Millionen Franken zu genehmigen.

Hinter dem Wärmeverbund Littau AG steht die Baugenossenschaft Matt, die in Littau 560 Wohnungen besitzt. Sie plant in der Grossmatte eine Holzschnitzel-Heizzentrale mit einem 3,5 Kilometer langen Fernwärmenetz, an das bestehende und neue Bauten angeschlossen werden könnten.

Eine Million Liter Heizöl pro Jahr ersetzen

Eingesetzt werden soll als Brennstoff Holz aus den Wäldern der Agglomeration. Im Vollausbau könnten bis zu einer Million Liter Heizöl pro Jahr ersetzt werden. Dies entspricht dem Wärmeverbrauch von 1500 Wohnungen.

Im Perimeter des Wärmeverbundes Littau liegen die fünf städtischen Schulhäuser Dorf, Matt, Grenzhof, Rönnimoos und Fluhmühle. Deren Öl- oder Gasheizungen müssten in absehbarer Zeit ersetzt werden, teilte die Stadt mit. Der Stadtrat möchte deswegen aus ökologischen und ökonomischen Gründen, dass diese Schulhäuser ihre Wärme künftig über das Fernwärmenetz beziehen.

Die Energiekosten würden um 12 Prozent tiefer liegen, als wenn in den Schulhäusern neue Erdgas-Kessel angeschafft würden, heisst es in der Botschaft an das Parlament. Geplant, betrieben und unterhalten wird die Wärmeversorgung vom Wärmeverbund Littau AG. Der städtische Investitionsanteil beträgt 1,046 Millionen Franken. Im Kredit von 3,206 Millionen Franken enthalten sind zudem Vorinvestitionen und bis 2037 jährlich wiederkehrende Mehrkosten gegenüber den heutigen Fixkosten.(sda/mrm)

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