Sporthalle Weissenstein: Pionierprojekt in der Zusammenarbeit zweier Gemeinden

Sporthalle Weissenstein: Pionierprojekt in der Zusammenarbeit zweier Gemeinden

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Teaserbild-Quelle: Bild: Dominique Uldry

«Die Planung und der Bau der Sporthalle Weissenstein (SpoHaWe) ist ein Vorzeigeprojekt, die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Bern und Köniz hat hervorragend geklappt», sagt Guido Albisetti, Verwaltungsratspräsident SpoHaWe AG. Seit Beginn des Schuljahres 2014/15 betreiben und nutzen die beiden Gemeinden die zwei Dreifach-Sporthallen zu gleichen Teilen für ihren Schul- und Vereinssport. Einzig die Tarifstruktur für die Hallenvermietung bleibt je in Gemeindehoheit.

Der vom Verwaltungsrat genehmigte ursprüngliche Kostenvoranschlag von 27,07 Millionen Franken wurde um zirka drei Prozent überzogen. Darin eingeschlossen ist das Energiecontracting durch Energie Wasser Bern (EWB). Gründe für die Mehrkosten sind gemäss dem Verwaltungsratspräsidenten unter anderem ein längerer Baustillstand im harten Winter 2012/2013 und die sehr schwierige Bodenbeschaffenheit. Die Gesamtbauzeit der Sporthallen von knapp zweieinhalb Jahren war im Vergleich zur vorangegangenen Planungszeit kurz. Der Gemeinderat der Stadt Bern fällte 2003 den Grundsatzentscheid, zusammen mit der Gemeinde Köniz im Grenzgebiet beider Gemeinden eine Mehrfachsporthalle zu bauen. Im Februar 2009 hiessen die Stimmberechtigten der Stadt Bern und der Gemeinde Köniz die Vorlage Sporthalle Weissenstein mit einem Ja-Stimmenanteil von je über 80 Prozent deutlich gut.

Die Halle als Stapel

Das Projekt «la pile» (= der Stapel) des Zürcher Architekten Christian Penzel und des Churer Bauingenieurs Martin Valier schwang im Architekturwettbewerb obenauf. Überzeugt hat vor allem ein mehrfacher Synergiegewinn: Durch das kreuzweise «Übereinanderschichten» der beiden Baukörper mit den beiden Dreifachturnhallen an einem Standort konnten Land und Kosten für eine Einstellhalle eingespart werden.

Das Mobilitätskonzept gilt als vorbildlich, unter anderem weil das Gebiet bereits sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen und direkt vor dem Haupteingang zusätzlich eine neue Bushaltestelle erstellt worden ist. Das Konzept beinhaltet auch Massnahmen (Parkplatzbewirtschaftung), die einen übermässigen motorisierten Individualverkehr unterbinden. Das Gebäude erfüllt den Minergie-Standard und auf dem Dach der Trainingshalle sorgt eine grosse Sonnenkollektoranlage für die Warmwasseraufbereitung.

Ersatzlebensraum für Lurche

Die Sporthalle Weissenstein steht auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube, wo sich nach deren Stilllegung zahlreiche Reptilien und Amphibien (Lurche) angesiedelt hatten. Da Salamander, Molche, Kröten etc. sowie deren Lebensräume in der Schweiz geschützt sind, wurde unter Mithilfe der Fachstelle Natur und Ökologie von Stadtgrün Bern vor Baubeginn drei Nächte lang Lurchen eingesammelt. Für die Wiederansiedlung der Tiere sind – wie es das Natur- und Heimatschutzgesetz vorschreibt – bei den Sporthallen als Ersatzlebensraum drei Lurchenbecken erstellt worden. (mgt/aes)