Spielgruppen-Verband will Bewilligungspflicht statt «Wildwuchs»

Spielgruppen-Verband will Bewilligungspflicht statt «Wildwuchs»

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Teaserbild-Quelle: Bild: Suzi Walker/Flickr

Mit einer Bewilligungspflicht «wird auch ein Wildwuchs vermieden», sagt Anna Lustenberger, Co-Präsidentin des Schweizerischen Spielgruppen-LeiterInnen-Verbands (SSLV). Heute muss eine Spielgruppe nur im Wallis und in Freiburg bewilligt werden - in vielen anderen Kantonen gelten hingegen keine Auflagen. Nötig sind laut dem Verband beispielsweise Vorgaben für die Räumlichkeiten oder die Ausbildung der Spielgruppenleiter - Kantone könnten Leistungsvereinbarungen abschliessen.

Vor allem in ländlichen Gebieten

Der SSLV präsentierte eine wissenschaftliche Studie zu den Spielgruppen in der Schweiz. Fast die Hälfte der Kinder zwischen drei und fünf Jahren besucht demnach eine Spielgruppe - angeboten werden sie vorwiegend in ländlichen Gebieten in der Deutschschweiz.

Die Spielgruppen leisten gemäss der Studie eine wichtige Aufgabe bei der Frühförderung - sie verbessern insbesondere die Sprach- und die Sozialkompetenz der Drei- und Vierjährigen. Davon profitierten besonders fremdsprachige Kinder oder solche aus benachteiligten Familien. Damit könnten auch Kosten später in der Schule vermieden werden, betont Lustenberger, weil manche Kinder ohne diese Erfahrung spezielle Betreuung benötigen würden.

Zwei Leiter, mehr Geld von Kantonen und Gemeinden

Aus Sicht des SSLV kann die Aufgabe nur bei einer Spielgruppenleitung durch zwei Personen gleichzeitig gut erbracht werden. Deshalb sei ein grösseres finanzielles Engagement von Gemeinden und Kantonen nötig. Heute finanzieren sich Spielgruppen vielerorts grösstenteils privat mit Elternbeiträgen, die Gemeinden stellen oft Räume zur Verfügung.

Die Forderungen des Verbands nach mehr Anerkennung und finanzieller Unterstützung sind nicht neu: Im Jahr 2011 überreichte der Verband eine Petition mit 17 400 Unterschriften an die Konferenzen der kantonalen Erziehungs- und Sozialdirektoren.

Keine Konkurrenz zur Kita

Spielgruppen sind gemäss der Studie besonders zahlreich in Gebieten mit keinen oder wenig Kindertagesstätten (Kita). Aus Sicht der Spielgruppenleiterinnen steht ihr Angebot aber nicht in Konkurrenz zu den Kitag

«Es ist ein anderes Segment», sagt Co-Präsidentin Eva Roth. Kitas ermöglichten den Eltern eine Berufstätigkeit, bei Spielgruppen stehe die Förderung der Kinder im Zentrum. Die Drei- und Vierjährige besuchen Spielgruppen ein- bis mehrmals wöchentlich für je zwei bis drei Stunden. Die Gruppen umfassen acht bis zwölf Kinder. (sda/aes)