Bern testet Online-Arbeitsintegration in der Sozialhilfe

Bern testet Online-Arbeitsintegration in der Sozialhilfe

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Das Sozialamt der Stadt Bern hat gemeinsam mit einer Online-Personalverleihplattform eine «Soziale Kurzjob-Plattform» für Stellensuchende aus der Sozialhilfe geschaffen. Mit dem Ansatz nutzt Bern erstmals die Chancen neuer Technologien für die Arbeitsintegration von benachteiligten Personen.

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Eine spezielle Online-Stellenbörse für Sozialhilfeempfänger soll in der Stadt Bern Arbeitgeber und Stellensuchende besser zusammenbringen.

«Die Herausforderungen bei der Integration von wirtschaftlich und sozial benachteiligten Personen können nur gemeinsam mit der Wirtschaft gelöst werden», sagt die Stadtberner Sozialdirektorin Franziska Teuscher (Grüne). Dass die Firma Coople bereit sei, gemeinsam mit der Stadt Bern eine Kurzjob-Plattform für Menschen aus der Sozialhilfe bereit zu stellen, freue sie enorm.

Coople ist eine der führenden Online-Plattformen zur Vermittlung von flexiblen Arbeitseinsätzen. Arbeitnehmende erstellen bei Coople ein persönliches Profil, Arbeitgebende platzieren Jobangebote und ein spezieller Algorithmus bringt innerhalb kurzer Zeit geeignete Kandidaten mit den passenden Jobs zusammen.

Auf diese Weise führt das Sozialamt der Stadt Bern zusammen mit Coople einen speziellen Vermittlungspool für Personen aus der Sozialhilfe ein. Verschiedene Partnerfirmen schreiben hier Kurzjobs gezielt für diese Personengruppe aus. Die Einsätze dauern oft nur wenige Tage und sind für Stellensuchende aus der Sozialhilfe geeignet. Mit den Kurzjobs sollen diese wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Das Konzept wird im Rahmen eines Pilotprojekts von Oktober 2018 bis Juli 2019 mit Sozialhilfebeziehenden aus der Stadt Bern getestet.

Neue Chancen dank digitaler Stellenvermittlung

Mit dem Projekt sollen niederschwellige Arbeitsmöglichkeiten für Personen in schwierigen Lebenslagen geschaffen werden. Die Sozialhilfebeziehenden können dank den Einsätzen Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen und einer Beschäftigung nachgehen. Gleichzeitig sollen sie dadurch ihre Abhängigkeit von der Sozialhilfe verringern und einen Zusatzverdienst erwirtschaften können.

Neuartig am gewählten Ansatz ist die Nutzung neuer Technologien für die Arbeitsintegration. Der Trend in der Stellenvermittlung geht immer stärker in Richtung Digitalisierung. Für den Leiter des Sozialamts der Stadt Bern, Felix Wolffers, ist das Projekt deshalb sehr wichtig: «Wir sehen in diesem Ansatz viel Potenzial für die Arbeitsintegration und wollen Erfahrungen mit digitaler Stellenvermittlung sammeln».

Sozial engagierte Partnerfirmen

Das Projekt wurde vom Sozialamt der Stadt Bern und der Coople (Schweiz) AG gemeinsam entwickelt. «Als das Sozialamt der Stadt Bern vor einiger Zeit auf uns zukam, war für uns sofort klar, dass wir hier mitmachen», sagt Viktor Calabrò, CEO und Gründer von Coople. Die Online-Personalverleihplattform stellt für das Projekt nicht nur ihre Technologie zur Verfügung, die Firma nutzt auch ihr Netzwerk beim Finden von Partnerfirmen, welche Kurzjobs für den Sozialpool  ausschreiben.

So konnten unter anderem die Firmen C&A Mode AG und «Rent-A-Friend» für das Projekt gewonnen werden. «Die mitwirkenden Firmen geben Menschen in schwierigen Lebenssituationen eine Chance und übernehmen damit soziale Verantwortung», betont Gemeinderätin Franziska Teuscher und verspricht, dass auch die Stadtverwaltung Kurzjobs anbieten werde. (mgt/aes)