Schweizer würden bei der öffentlichen Verwaltung sparen

Schweizer würden bei der öffentlichen Verwaltung sparen

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Teaserbild-Quelle: Bild: Daniel Stricker, pixelio.de

«Stellen Sie sich vor, Sie wären Finanzminister. Wo würden Sie sparen?» Diese Frage hat die wirtschaftsliberale Denkfabrik Avenir Suisse rund 20'000 Schweizern gestellt. Das Ergebnis: Neben der öffentlichen Verwaltung soll vor allem die Landwirtschaft abspecken.

Die Umfrage zeigt gemäss Avenir Suisse, dass die Schweizer mit der heutigen Landwirtschaft nicht zufrieden sind. Die Befragten gaben nämlich an, dass sie bei den Bauern gerne 13 Prozent einsparen würden, ihnen also gerne die Subventionen kürzen möchten. «Das steht im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass die Schweizer hinter ihren Bauern stehen», sagte Avenir Suisse-Direktor Peter Grünenfelder am Donnerstag vor den Medien. «Aber das stimmt so nicht.» In der Landwirtschaft sei der finanzpolitische Anstand verloren gegangen, was die Bürger durchaus bemerken würden.

Sparen durch mehr Effizienz

Gemäss Umfrage wollen vor allem politisch links stehende Männer aus städtischen Gebieten bei der Landwirtschaft sparen. Noch lieber als bei den Bauern würden die Schweizer aber in der «öffentlichen Verwaltung» kürzen, wobei aus den Umfrageergebnissen nicht genau hervorgeht, welche Bereiche damit genau gemeint sind. 23 Prozent weniger würden die Befragten jedoch für die öffentliche Verwaltung des Bundes ausgeben. Mehr Geld würden sie hingegen für Bildung, Sicherheit und Gesundheit sprechen, wobei das Gesundheitswesen vor allem den Frauen am Herzen liegt.

Rund 49 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Ansicht, dass der Staat durch Effizienzsteigerungen viel oder sogar sehr viel Geld sparen könnte. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass der Wissensstand der Teilnehmer über die öffentlichen Finanzen einen Einfluss auf ihre Einschätzung des Sparpotenzials hat: Je höher die finanzpolitischen Kenntnisse der Umfrageteilnehmer sind, desto geringer wird das Sparpotenzial eingeschätzt.

Konservative Schweizer

Bei einem allfälligen Defizit des Staatshaushaltes würden über 75 Prozent der Befragten zuerst einmal die Ausgaben kürzen. Nur ein kleiner Teil der Umfrageteilnehmer würde auf eine Steuererhöhung setzen oder die Verschuldung ansteigen lassen. Für Avenir Suisse eine «fiskalpolitisch eher konservative Einstellung». (sda/nsi)

Den gesamten Umfragebericht finden Sie hier (Pdf, 40 Seiten).