Schweiz will den europäischen Strommarkt mitgestalten

Schweiz will den europäischen Strommarkt mitgestalten

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Teaserbild-Quelle: Bild: Daniel Boschung

Um die zunehmende Wind- und Solarstromproduktion technisch sicher, wirtschaftlich und umweltgerecht in den europäischen Strommarkt zu integrieren, brauche es grenzüberschreitende Lösungen ohne neue marktverzerrende Massnahmen. In die Planungen zu solchen neuen europäischen Strommarktdesigns müsse die Schweiz als starker Partner zur Sicherstellung der Netzstabilität einbezogen werden. Dies fordern das Bundesamt für Energie (BFE), die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom), die Organisation der grossen schweizerischen Stromverbundunternehmen Swisselectric, die Schweizer Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid sowie der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) in ihrer gemeinsamen Stellungnahme zum Grünbuch «Ein Strommarkt für die Energiewende» des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Erstmalig legen damit wesentliche Akteure des Schweizer Strommarkts aus Behörden, Wirtschaft und Verbänden eine gemeinsame Stellungnahme zu den Strommarktdesign-Plänen eines europäischen Landes vor.

Schweiz als wichtiger Player

Hintergrund für die Stellungnahme sind die noch immer blockierten Strommarktverhandlungen zwischen der Schweiz und der EU. Die EU hatte wiederholt festgehalten, dass eine Einigung erst dann in den Blick genommen werden könne, wenn ein institutionelles Abkommen zustande gekommen sei, das den gegenseitigen Marktzugang regle.
 
Die Gruppe zeigt in ihrem Papier auf, dass die Schweiz ein wichtiger Player innerhalb des europäischen Strommarktes ist. Die Schweizer Kraftwerkskapazitäten zur Spitzenlastdeckung in der Schweiz seien ausreichend, sodass die Schweiz Europa zu Spitzenlastzeiten flexible Kraftwerksleistung anbieten könne bei Importen zu Schwachlastzeiten. Eine überregionale Betrachtung der Versorgungssicherheit sei wichtig, da diese durch internationalen Austausch gestärkt werden könne, heisst es in der Stellungnahme.

Keine marktverzerrenden Massnahmen

Die flexiblen Kraftwerke der Schweiz seien bestens geeignet, um die zukünftigen Herausforderungen in Europa erfolgreich zu bewältigen. Die hohe Spitzenkapazität der Schweizer Pumpspeicherkraftwerke könne einen entscheidenden Beitrag zur Integration der neuen erneuerbaren Energien in den Markt leisten, politisch unerwünschte Preisspitzen brechen und die Versorgungssicherheit erhöhen.

Die öffentliche Konsultation des Grünbuchs endet im März 2015. Aufgrund der Ergebnisse soll Ende Mai 2015 ein Weissbuch mit konkreten Massnahmen publiziert werden, das ebenfalls öffentlich konsultiert wird und als Grundlage für den Gesetzgebungsprozess dienen soll. (mgt/sda/mrm)