Rechte Allianz will Strassenprostitution in Chur verbieten

Rechte Allianz will Strassenprostitution in Chur verbieten

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An der nächsten Churer Gemeinderatsitzung werden die Fraktionen der BDP und SVP gemeinsam einen Auftrag einreichen, mit dem Ziel, die Strassenprostitution – oder generell die Prostitution im öffentlichen Raum – zu verbieten. Mit dem Auftrag wollen BDP und SVP von Chur aus die Diskussion um die Prostitution im Öffentlichen Raum in Graubünden lancieren und möglichst bald die Churer Bevölkerung von der Problematik entlasten.

«Zentrumslast auf die wir gerne verzichten»

Christian Durisch, Präsident der SVP-Gemeinderatsfraktion findet klare Worte: «Während diese Form der Prostitution andernorts bereits verboten wurde, spürt in Graubünden vor allem die Churer Bevölkerung die Auswüchse. Eine weitere Zentrumslast, auf die wir gerne verzichten. Hier gilt es Einhalt zu gebieten.» Für Oliver Hohl, Präsident der BDP-Gemeinderatsfraktion steht auch der Schutz der Gewerbetreibenden an der von der Prostiution gezeichneten Rossbodenstrasse im Vordergrund: «Die Auswüchse sind für die Betroffenen untragbar. Wir sind überzeugt, dass nur ein Verbot für Ruhe auf Churer Stadtgebiet sorgt. Alles andere würde zu einer Verlagerung der Problematik führen.»

Liberale Lösungen – nicht in Chur

Falls das Verbot der Prostitution in Chur angenommen würde, wäre dies ein weitere Schritt in Richtung der «repressivsten Stadt der Schweiz». In den letzten Jahren wurde in der Bündner Kapitale bereits das Gastgewerbe- und das Polizeigesetz drastisch verschärft. Das nächtliche Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum sorgte schweizweit für Aufsehen und das Take-Away-Alkoholverkaufsverbot in den Abendstunden ist ebenfalls umstritten.  Eine liberale Lösung mit Sexboxen, wie kürzlich in Zürich eingeführt, wollen BDP und SVP explizit verhindern, da es ihrer Meinung nach nicht angehen könne, dass «das Gemeinwesen in diesem Grenzbereich zwischen Legalität und Illegalität noch Gelder investiert». (mgt/aes/cpo)