Ex-Gemeindepräsident von Bissone TI wegen Amtsmissbrauchs verurteilt

Ex-Gemeindepräsident von Bissone TI wegen Amtsmissbrauchs verurteilt

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Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit einem privaten Immobilienverkauf, bei dem Grosa als Mittelsmann auftrat. Freigesprochen wurde Grosa vom Vorwurf der Erpressung und der passiven Bestechung im Zusammenhang mit der Renovation des Schwimmbads der Gemeinde Bissone.

«Ich bin sehr zufrieden, dass ich von den Vorwürfen, die mein öffentliches Amt betrafen, freigesprochen wurde», sagte Grosa am Freitagabend gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Das Urteil der Staatsanwaltschaft Lugano zeige, dass er im Falle des Schwimmbads «in gutem Glauben» gehandelt habe.

Opfer oder Täter?

Zu seiner Verurteilung im Falle des Immobiliengeschäfts sagte Grosa, er sei Opfer von skrupellosen holländischen Investoren geworden, dies als Vermittler in seiner Eigenschaft als Immobilienmakler. Er selbst sei kein Täter, weshalb er gegen das Entscheid der Staatsanwaltschaft rekurrieren werde.

Neben der Gefängnisstrafe auf Bewährung wurde Grosa zur Zahlung einer Busse in der Höhe von 1500 Franken verurteilt. Zudem muss er die Gerichtskosten übernehmen. Neben Grosa hatten auch der Gemeindeschreiber und die Vize-Präsidentin der Gemeinde Bissone in der Affäre im Visier der Staatsanwaltschaft gestanden. Sämtliche Vorwürfe gegen die beiden wurden jedoch fallengelassen.

Fünf Wochen U-Haft

Der «Sidaco» von Bissone war im Oktober 2012 wegen diverser Finanzdelikte verhaftet worden. Grosa sass rund fünf Wochen in Untersuchungshaft. Grosas Verhaftung hatte im Tessin für Aufsehen gesorgt.

Grosa war seit 2004 Gemeindepräsident von Bissone gewesen und hatte sich dabei einen Namen im Südkanton mit seiner hemdsärmligen Art gemacht, so mit seinem Widerstand gegen die inzwischen gebauten Lärmschutzwände entlang der Autobahn A2.

Hemdsärmliger Kommunalpolitiker

Schlagzeilen machte er auch mit seinem Protest gegen die Schliessung eines Parkplatzes nahe der A2. So drohte er 2013 damit, die Autobahn zu blockieren.

Für Aufruhr sorgte Grosa nach den Kommunalwahlen 2011 mit einem vorläufigen Kündigungsschreiben für mehrere Gemeindemitarbeiter. Wegen der fehlenden Rechtsbasis wurde diese aber rückgängig gemacht.

Bissone liegt am östlichen Ende des Dammes von Melide, über den die A2 führt. Die Gemeinde hat knapp 900 Einwohner - Tendenz steigend. (sda/mrm)