Bestand weiter auf Schrumpfkurs: 2018 gibt es noch 2222 Gemeinden

Bestand weiter auf Schrumpfkurs: 2018 gibt es noch 2222 Gemeinden

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Teaserbild-Quelle: David Gubler, www.bahnbilder.ch (CC BY-SA 3.0)

Unter Schweizer Gemeinden wird weiterhin fleissig fusioniert: Ab 1. Januar 2018 zählt das Land noch 2222 Gemeinden, 33 weniger als ein Jahr zuvor.

Im laufenden Jahr haben sich insgesamt 46 Gemeinden zu 13 grösseren Verwaltungsgebieten zusammengeschlossen. Das geht aus dem neusten amtlichen Gemeindeverzeichnis des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. Per 1. Januar 2017 war der Gemeindebestand noch um 39 Einheiten zurückgegangen.

Den grössten Zusammenschluss gab es dieses Jahr einmal mehr im fusionsfreudigen Tessin. Dort verschmolz der Kantonshauptort Bellinzona bereits Anfang April mit den zwölf umliegenden Kommunen Camorino, Claro, Giubiasco, Gnosca, Gorduno, Gudo, Moleno, Monte Carasso, Pianezzo, Preonzo, Sant'Antonio und Sementina (mehr dazu hier).

Gleichzeitig gingen nördlich davon die vier Gemeinden Cresciano, Iragna, Lodrino und Osogna in der neuen Gemeinde Riviera auf.

Fusionen landauf, landab

Im Kanton Graubünden schliessen sich per 1. Januar 2018 insgesamt sieben Gemeinden zu drei grösseren Einheiten zusammen: Andiast und Waltensburg/Vuorz schliessen sich Breil/Brigels an, aus Bergün/Bravuogn und Filisur wird die neue Gemeinde Bergün Filisur und Mutten geht in der Gemeinde Thusis auf.

Im Kanton Neuenburg vereinigen sich die sechs Gemeinden Bevaix, Fresens, Gorgier, Montalchez, Saint-Aubin-Sauges und Vaumarcus unter dem neuen Namen La Grande-Béroche.

Der Aargau verzeichnet eine Mutation: Scherz schliesst sich Lupfig an. Auch im Kanton Bern kommt es zu Eingemeindungen: Schlosswil gehört neu zu Grosshöchstetten und aus Gelterfingen, Kirchdorf, Mühledorf und Noflen entsteht die neue Gemeinde Kirchdorf.

Auch im Kanton Zürich bewegt sich etwas: Hofstetten schliesst sich Elgg an und Hirzel gehört neu zu Horgen. Die Fusion von Wädenswil, Hütten und Schönenberg musste hingegen um ein Jahr verschoben werden (mehr dazu hier).

Im Kanton Jura schliesslich, schliesst sich Corban an die Gemeinde Val Terbi an und Rocourt ist neu ein Teil von Haute-Ajoie.

1860 umfasste die Schweiz noch über 3200 Gemeinden. In der Folge sank der Bestand stetig. 1995 unterschritt er erstmals die Schwelle von 3000. Seither hat sich der Fusionstrend beschleunigt. Allein in den letzten zehn Jahren verschwanden fast 500 Gemeinden von der politischen Landkarte. (sda/aes)