Ohne Vielfalt keine funktionierenden Ökosysteme

Ohne Vielfalt keine funktionierenden Ökosysteme

Gefäss: 

Die verschiedenen Blumen und Gräser einer Wiese erfreuen nicht nur das Auge, sie sind auch die Grundlage für eine Reihe von Gütern und Leistungen, die die Natur liefert: Nahrungsmittel, Medikamente, Baustoffe. Auch der Erosionsschutz oder das Verhindern, dass Nitrat ins Wasser gelangt, gehören zu diesen so genannten Dienstleistungen der Ökosysteme.
 
Laut der neuen Studie, an der auch zwei Forscher der Universität Zürich beteiligt waren, tragen die meisten Pflanzen zumindest in einigen Jahren und Lagen oder unter bestimmten Umweltbedingungen zu diesen Funktionen bei. 84 Prozent von 147 untersuchten Arten förderten mindestens einmal ökologische Prozesse.

Bedeutung hängt vom Standort ab

Die Forscher verglichen 17 verschiedene Biodiversitätsexperimente aus der ganzen Welt. Sie konnten so untersuchen, wie wichtig einzelne Arten unter verschiedenen Bedingungen waren: in unterschiedlichen Regionen, Lagen und Jahren oder unter verschiedenen Szenarien des Klimawandels für die Zukunft.

Unter solchen Voraussetzungen könnten diverse Arten sehr wichtig werden, wird Studienmitautor Brian Wilsey von der Iowa State University (USA) in einer Mitteilung seiner Hochschule zitiert. Einige Pflanzenarten seien zum Beispiel an Osthängen wichtiger, andere an Westhängen.
 
Wieder andere Gräser sind auf Weideland wichtig, weil sie dabei helfen, dass sich die Wiesen nach dem Grasen der Tiere rasch wieder erholen. Zudem gibt es Pflanzen, die viel Stickstoff aufnehmen und dadurch verhindern, dass er als Nitrat ins Grundwasser gelangt.
 
Die Studie zeige, wie wichtig Artenvielfalt sei, sagte Wilsey. Bis jetzt sei es schwieriger gewesen, für die Pflanzendiversität zu argumentieren. Denn frühere Studien nahmen jeweils nur Bedingungen an einem Versuchsort unter die Lupe. Meist habe sich dabei nur etwa ein Viertel der untersuchten Arte als wichtig herausgestellt, sagte Wilsey.
 
«Wenn man nur einen Versuchsort in einem bestimmten Jahr anschaut, sind vielleicht nur die Art A und die Art B wichtig», sagte Wilsey. «Aber wir haben herausgefunden, dass viele verschiedene Arten wichtig werden, wenn man die Analyse auf mehrere Jahre, Regionen oder Klimawandel-Zusammenhänge ausweitet.» (mrm/sda)