«Kunstplätze» in den Quartieren der Stadt Bern

«Kunstplätze» in den Quartieren der Stadt Bern

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Teaserbild-Quelle: Kecko (CC BY 2.0)

Im Sommer 2018 lanciert die Stadt Bern das Projekt «Kunstplätze»: In Zusammenarbeit mit der Quartierbevölkerung werden Künstler temporäre Kunstinterventionen umsetzen. Die «Kunstplätze» sollen zu einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Wohnort anregen.

Spinnenskulptur "Maman" von Louise Bourgeois auf dem Bundesplatz in Bern
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Kecko (CC BY 2.0)

Die Spinnenskulptur «Maman» der französisch-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois (1911 - 2010) stand 2011 auf dem Bundesplatz in Bern (Symbolbild).

Im Herbst 2017 hat die städtische Kommission Kunst im öffentlichen Raum («KiöR») das Projekt «Kunstplätze» in den Quartierkommissionen der Stadt Bern vorgestellt. Die Stadtteile Länggasse-Felsenau und Breitenrain-Lorraine bekundeten als erste Interesse, einen «Kunstplatz» ins Quartier zu holen.

In einem nächsten Schritt werden nun mehrere Künstler (siehe Box) Vorschläge für Kunstinterventionen in den beiden Stadtteilen unterbreiten. Die Projektskizzen sollen im Oktober 2018 öffentlich präsentiert, diskutiert und ausgestellt werden werden.

Eine Jury – bestehend aus Vertretern des jeweiligen Stadtteils, der Kommission «KiöR» und externen Fachleuten – empfiehlt anschliessend je ein Projekt zur Ausführung im Laufe des Jahres 2019.

Wohnumfeld neu entdecken

Nächste «Kunstplätze» können in den kommenden Jahren in den weiteren Berner Stadtteilen folgen, wie die Stadt in einer Medienmitteilung schreibt. Neben den ortsspezifischen Interventionen soll das Projekt «Kunstplätze» in Bern auch Formate wie «Artists in Residencies» – bei dem ein Quartier temporäre Ateliers für auswärtige Kunstschaffende anbietet – oder den formoffenen «Call for Projects» ermöglichen.

Ziel sei es, dass die Gestaltung der «Kunstplätze» in Zusammenarbeit mit den Quartierbewohnern geschehe, so die Medienmitteilung weiter. Der Austausch zwischen Kunstschaffenden und der Berner Bevölkerung soll gefördert werden und die Quartierbevölkerung dabei die Möglichkeit erhalten, sich mit ihrem Wohnort auseinanderzusetzen oder diesen neu zu entdecken.

Die Realisierung von temporären Kunstinterventionen in den Quartieren der Stadt Bern wird durch das revidierte Reglement Kunst im öffentlichen Raum, das am 1. Juli 2017 in Kraft getreten ist, möglich. Finanziert werden die Kunstinterventionen über einen neu geschaffenen Spezialfonds, der mit einem Prozent der gesamten Bausumme von Tiefbauamt und Stadtgrün Bern gespeist wird.

Sinn oder Unsinn?

Naturgemäss sind Kunst und Kultur Geschmacksache. Kunstobjekte sind ebenso individuell – sei dies in Farbe, Form, Gestaltung oder Inhalt – wie die Geschmäcker. Im öffentlichen Raum ist Kunst allerdings aufdringlicher als in Museen, die man freiwillig besucht. So gehen auch die Meinungen über den Sinn der Kunst in der Öffentlichkeit und den dafür betriebenen Aufwand weit auseinander – sowohl in der Schweiz als auch international.

In der Stadt Zürich beispielsweise sorgte der Hafenkran für hitzige Diskussionen. Ob man an den Kunstobjekten Gefallen findet oder sie für Geldverschwendung hält, mangelnde Kreativität und Vielfalt kann den Künstlern aber nicht vorgeworfen werden. Hier eine kleine Auswahl aus aller Welt:

Die Künstler

Für den Stadtteil Länggasse-Felsenau erarbeiten folgende Kunstschaffende Vorschläge für ortsspezifische Interventionen: San Keller (Zürich), Ines Marita Schärer (Bern/Chur), das Künstlerinnenduo Hofer/Oppliger (Biel), Philip Matesic (Zürich) und Marinka Limat (Fribourg).

Für den Stadtteil Breitenrain-Lorraine sind folgende Künstler eingeladen, Ideen zu präsentieren: Das Künstlerpaar Haus am Gern (Biel), Florian Graf (Basel), Hanswalter Graf (Thun), Ilona Ruegg (Zürich) sowie Celia und Nathalie Sidler (Basel).

(nsi/mgt)