Kopenhagen ist die smarteste Stadt, aber auch Zürich und Genf sind nicht dumm

Kopenhagen ist die smarteste Stadt, aber auch Zürich und Genf sind nicht dumm

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Kopenhagen ist laut dem Smart-City-Index der schwedischen Firma Easypark die smarteste Stadt der Welt. Zürich landet auf Platz vier und auch für Genf reicht es noch knapp in die Top Ten. Nachholbedarf verortet die Studie für die Schweizer Städte trotz direkter Demokratie erstaunlicherweise bei der Bürgerbeteiligung.

Kopenhagen
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Die dänische Hauptstdt Kopenhagen ist laut Easypark die smarteste Stadt der Welt.

Was macht eine Stadt smart? Die schwedische Firma Easypark, die primär im Smart-Parking-Business tätig ist, glaubt, dass die Verfügbarkeit von 4G, eine hohe Anzahl von WLAN-Hotspots sowie eine häufige Smartphone-Nutzung von besonderer Bedeutung seien. Zudem sollten Transportmittel und Mobilität wissensbasiert funktionieren, mit Angeboten wie intelligentem Parken, Verkehrssensoren und Car-Sharing-Apps.

Eine intelligente Stadt sei zudem nachhaltig und habe einen starken Fokus auf umweltfreundliche Energie und Umweltschutz. Der Online-Zugang zu Behördendienstleistungen müsse exzellent sein und es soll ein hohes Mass an Bürgerbeteiligung herrschen.

Aufgrund dieser Kriterien hat Easypark den Smart-City-Index berechnet. Die dänische Hauptstadt Kopenhagen gewinnt das Ranking. Auf dem Podest landen zudem Singapur und Stockholm. Gleich dahinter folgt auf Platz vier mit Zürich die erste Schweizer Stadt. Genf, der zweite eidgenössische Vertreter, findet sich auf Rang neun und platziert sich somit zwischen Amsterdam und Melbourne.

Besonders erfolgreich schneiden die Schweizer Städte punkto Nachhaltigkeit ab: Zürich und Genf erhalten für die Indikatoren «intelligente Gebäude» und «Abfallentsorgung» jeweils die maximale Punktzahl zehn. Auch bei der Lebensqualität erreicht Zürich eine glatte zehn, Genf immer noch sehr gute 9,8 Punkte.

Fragwürdiger Indikator

Düster sieht es hingegen bei der Bürgerbeteiligung aus: Genf erhält dort miserable 1,8 Punkte, Zürich 2,07. Rang 88 ergibt das für Genf bloss, knapp vor Moskau, aber klar hinter der einstigen Kokain-Welthauptstadt Medellin. Auch Zürich ist mit Rang 86 schlecht bedient.

Für den direktdemokratischsten Staat der Welt erstaunt dieses Resultat und ist mit Vorsicht zu geniessen: Moniert wurde etwa die tiefe Wahlbeteiligung und die bescheidenen Möglichkeiten um niederschwellig online auf ein Smart-City-Projekt Einfluss zu nehmen. Das autoritär regierte Singapur erhält hingegen bei der Bürgerbeteiligung die Maximalnote zehn – von Volksabstimmungen kann man im südostasiatischen Stadtstaat aber weiterhin nur träumen. (aes)