Kampf gegen Wildpinkler: Basel testet Gratis-Toiletten

Kampf gegen Wildpinkler: Basel testet Gratis-Toiletten

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: Kanton Basel-Stadt

Basel startet einen Pilotversuch mit seinen 30 selbstreinigenden WC-Anlagen: Bis September 2017 können sie alle kostenlos benützt werden. Damit untersucht Basel, welchen Einfluss die Gratisnutzung auf das Wildpinkeln, die Nutzungsfrequenzen, den Vandalismus und den Anlagenverschleiss hat.

WC-Anlage Kasernenareal
Quelle: 
Tiefbauamt Kanton Basel-Stadt

Ob weniger wild gepinkelt wird, wenn die selbstreinigenden WC-Anlagen in Basel (im Bild: rollstuhlgängige Anlage beim Kasernenareal) gratis benützt werden können?

Bis im September 2017 kann in Basel gratis gepinkelt werden – zumindest in den 30 selbstreinigenden WC-Anlagen auf Stadtgebiet. Mit Ausnahme der drei Anlagen auf dem Barfüsserplatz und der Anlage auf der Voltamatte kostete deren Benützung bisher 50 Rappen. Die Gebühr sollte vermeiden, dass die Anlagen zweckentfremdet genützt oder böswillig beschädigt werden. Die Gebührenhöhe lag aber weit unter den Betriebskosten, schreibt das kantonale Tiefbauamt in einer Mitteilung.

Wird weniger wild gepinkelt?

Nun will Basel im Rahmen eines Pilotversuchs über die Sommermonate herausfinden, in welchem Umfang die Anlagen bei einem Gebührenerlass vermehrt benützt werden, ob das Wildpinkeln abnimmt und an welchen Standorten verstärkt mit Vandalismus zu rechnen ist. Schliesslich soll der Toilettenversuch auch aufzeigen, ob allenfalls nur einige WC-Anlagen an ausgesuchten Standorten mit einer Gebührenbefreiung betrieben werden sollen.

Teure Gratisnutzung

Der Pilotversuch geht auf einen politischen Vorstoss von Grossrat Heiner Vischer und rund vierzig mitunterzeichnenden Grossräten zurück. Die Auswertung der Ergebnisse und der Entscheid über das weitere Vorgehen sind ab Oktober 2017 geplant.

Die kostenlose Benützung der selbstreinigenden WC-Anlagen in der wärmeren Jahreszeit ist für Basel alles andere als gratis: Ihm würden Umrüstungskosten sowie Mindereinnahmen von insgesamt rund 85'000 Franken, so der Kanton. Allfällige zusätzliche Reparaturkosten und ein erhöhter Verschleiss können erst nach dem Pilotversuch beziffert werden. Basel ist aber überzeugt: Der Kampf gegen das Wildpinkeln habe seinen Preis, müsse aber im Interesse der Stadt geführt werden. (mgt/nsi)