Fussverkehr Schweiz verurteilt das Entfernen von Fussgängerstreifen

Fussverkehr Schweiz verurteilt das Entfernen von Fussgängerstreifen

Gefäss: 

Eine Häufung von Unfällen auf Fussgängerstreifen hat viele Kantone veranlasst, die Sicherheit ihrer Fussgängerstreifen zu überprüfen. Dabei traten bei vielen teilweise eklatante Mängel zutage. Anstatt in die Sicherheit der Querungsstellen zu investieren, sind einzelne Kantone dazu übergegangen, Fussgängerstreifen ersatzlos aufzuheben. Aus diesem Grund hat Fussverkehr Schweiz an der Generalversammlung in Luzern eine Resolution verabschiedet.

Entfernte Zebrastreifen müssen ersetzt werden

Das Wegradieren von Fussgängerstreifen ist für Fussverkehr Schweiz, den Fachverband der Fussgänger, keine Lösung und sei auch rechtlich nicht haltbar: Weil sie Teil des Fusswegnetzes sind, bestehe laut Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege (FWG) Ersatzpflicht. Artikel 7 des FWG hält den Grundsatz fest: «Müssen ... Fuss- und Wanderwegnetze oder Teile davon aufgehoben werden, so ist, unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse, für angemessenen Ersatz durch vorhandene oder neu zu schaffende Wege zu sorgen.»

«Die Strassen werden nicht sicherer, wenn man den Fussgängern das Vortrittsrecht nimmt, denn das Querungsbedürfnis bleibt bestehen», sagt Thomas Hardegger, Präsident von Fussverkehr Schweiz. Stattdessen brauche es Massnahmen und finanzielle Mittel, um kritische Fussgängerstreifen sicher zu machen.

Parlamentarier werden aktiv

Das Entfernen von Fussgängerstreifen beschäftigt bald auch die Landesregierung: SP-Nationalrat Thomas Hardegger hat einen parlamentarischen Vorstoss eingereicht, der verlangt, dass Fussgängerstreifen erhalten bleiben, gesichert werden und nicht durch Entfernung aus der Sanierungspflicht entlassen werden. Die Freiburger SP-Nationalrätin Ursula Schneider Schüttel will vom Bundesrat wissen, wie weit die Umsetzung von Via Sicura in Bezug auf die Sicherheit von Fussgängerstreifen gediehen ist und ob sich der Bund an der Finanzierung beteiligen könne. Und Matthias Aebischer, SP-Nationalrat und Präsident von Fussverkehr Kanton Bern, stellt kritische Fragen zur Schulwegsicherheit. (aes/mgt)