«Fjordstrategie» im Zürcher Oberland

«Fjordstrategie» im Zürcher Oberland

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Unter einem Fjord, hier auf den norwegischen Lofoten, versteht man in Wetzikon die «Verschränkung von Siedlung und Landschaft». (Bild: Radlfan/pixelio.de)

2010 wurde in der Stadt Wetzikon das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) erarbeitet. Am Prozess beteiligt war auch die Bevölkerung. Eine Leitidee, die damals entwickelt wurde, heisst: «Wetzikon, wo die Landschaft vor der Haustüre beginnt.» Diese Aussage wird im Entwicklungskonzept unter dem Thema «Fjorde» aufgegriffen. So werden die unüberbauten Landschaften bezeichnet, die in die Siedlung hinein reichen. Diese Verschränkung von Siedlung und Landschaft ist eine Besonderheit von Wetzikon und wurde bis anhin planerisch zu wenig beachtet, teilt die Stadt mit.

Einfach, unspektakulär, roh und vergänglich

Besonders an der vom Gemeinderat bewilligten «Fjordstrategie» ist, dass sie auf einfachen, unspektakulären, rohen und vergänglichen Massnahmen fusst. Es gehe bei diesem Projekt darum, die bestehenden Qualitäten der fjordähnlichen Landschaften ins Zentrum zu rücken. Die Massnahmen seien eine Hilfe, um die vorhandenen Qualitäten der Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Bei den kleinen Massnahmen handelt es sich um einfache Holzelemente aus unbehandeltem Zweitklassholz. Das Grundelement lässt sich auf einfache Weise ausbauen und in Liege-, Sitz- und Treppenmodule verwandeln. Weiter werden aus dem Grundelement Sitzstufen sowie das Sondermodell «Floss» entwickelt. Unter dem Aspekt der Vergänglichkeit werden die Module an Armierungseisen befestigt, die ohne Fundament lediglich in den Boden gerammt werden. Die Standflächen kommen auf einen einfachen Kieskoffer.

Zusatzinfos via Handy

Auf allen Modulen wird ein zum zugehörigen Fjord passendes Logo mit Internetadresse angebracht. Passanten können sich auf der speziell für Smartphones konzipierten Webseite über Geschichte, Besonderheiten und letztlich über die Fjordstrategie informieren.

Das Projekt mit den Modulen ist auf drei Jahre beschränkt. Dafür bewilligte der Gemeinderat einen Kredit über 78 000 Franken. Die Module sollen noch vor den Sommerferien 2012 installiert werden. (mgt/aes)