In Mundart unterrichten – oder Job verlieren

In Mundart unterrichten – oder Job verlieren

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Teaserbild-Quelle: Bild: Zvg

Die Volksinitiative «Ja zu Mundart im Kindergarten» der Schweizer Demokraten war am 18. Mai 2014 vom Aargauer Volk mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 55,5 Prozent angenommen worden.

An diesem Entscheid selber konnte der Grosse Rat nichts mehr ändern, an den von der Regierung vorgelegten Detailregelungen wurde jedoch gefeilt.

Gnadenfrist für Schweizerdeutsch-Unkundige

Von linker Ratsseite bekämpft wurde vor allem die Regelung, wonach Kindergartenlehrpersonen, die bis 2018 nicht Mundart sprechen, ihre Stelle verlieren sollen. Ein Antrag der SP, diesen Paragrafen ersatzlos aus dem Gesetz zu kippen, wurde jedoch mit 89 zu 34 Stimmen abgelehnt.

Es sei heute nicht mehr der Zeitpunkt über die Initiative als solches zu diskutieren, sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP). Die Regierung habe eine pragmatische Lösungen vorgeschlagen. Künftig gelte in Kindergärten Mundart als Unterrichtssprache, an der übrigen Volksschule Hochdeutsch. Ausnahmen seien jederzeit möglich.

Schulpflegen beurteilen Mundart-Kompetenz der Lehrpersonen

Gemäss einem Bericht der «Aargauer Zeitung» müssen allerdings nicht alle Kindergärtnerinnen und Kindergärtner aus dem deutschen Sprachraum von ausserhalb der Schweiz – derzeit sind es im Kanton rund 60 – über die Klinge springen. Verwandte Dialekte aus dem alemannischen Sprachraum wie dem Elsass, Baden-Württemberg, Liechtenstein oder Vorarlberg, würden akzeptiert. Der Entscheid, ob die Sprachkompetenz der Lehrperson in Sachen Mundart  ausreichen, liegt bei den Schulpflegen.

Der Regierungsrat hatte den Volksentscheid zur Mundart im Kindergarten zum Anlass genommen, auch die Unterrichtssprache in der Primarschule und an der Oberstufe gesetzlich zu regeln. Auf diesen Stufen soll grundsätzlich in Standardsprache unterrichtet werden. Die Regierung schlug gleichzeitig vor, dass auch Sequenzen in Mundart möglich sind. Ziel soll sein, dass die Schüler die beiden Sprachformen vergleichen und in beiden Sprachformen kommunizieren lernen. Diese Regelungen waren im Rat unbestritten. (mgt/mrm)