Mangelhafte Sensoren: St. Gallen verlängert Pilotprojekt Smart Parking

Mangelhafte Sensoren: St. Gallen verlängert Pilotprojekt Smart Parking

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Im Juli 2017 startete die Stadtpolizei St. Gallen das Pilotprojekt Smart Parking. Nun liegen die Ergebnisse aus dem rund einjährigen Versuch vor: Die getesteten Sensoren erreichten die definierten Zielwerte nicht. Daher hat der Stadtrat entschieden, den Pilotversuch bis Frühling 2019 zu verlängern.

Parksensoren St. Gallen
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Zu kalt, zu eng: Die in St. Gallen in einem Pilotprojekt zu Smart Parking getesteten Sensoren, mochten nicht alle zu überzeugen.

Beim St. Galler Smart Parking sollen mittels Parksensoren Daten mit Angaben zu freien Parkplätzen in der Stadt via der neuartigen, strahlungsarmen Funktechnologie Lora (Long Range) an die Stadtpolizei übermittelr werden. Über Navigationssysteme, Apps und Karten wie Google Maps sollen die aufbereiteten und offenen Daten in Zukunft allen – beispielsweise Autofahrern oder Applikationsentwicklern – zur Verfügung stehen. Applikationsentwickler können mit den kostenlosen offenen Daten Apps realisieren, welche dann einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

In einem rund einjährigen Pilotprojekt hat die Stadtpolizei St. Gallen nun Parksensoren von vier Anbietern einem Praxistest unterzogen. Dazu wurden 96 Parksensoren auf 48 Parkfeldern an der David- und Pestalozzistrasse verbaut. Einzelne Parksensoren wurden im Verlauf des Pilotprojekts durch neuere Modelle ersetzt.

Beim Seitwärtsparkieren hapert es

Es zeigte sich, dass die getesteten Parksensoren, mit Ausnahme des neusten Modells eines Anbieters, den definierten Zielwert nicht erreichten. Während die Ergebnisse bei vorwärts befahrbaren Parkfeldern durchaus gut ausfielen, wurde der Zielwert bei seitlich befahrbaren Parkfeldern teils klar verfehlt. Der Pilotversuch zeige auch, dass neben der Datenqualität der Sensoren die Erfahrung des jeweiligen Anbieters ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, so die St. Galler Stadtpolizei.

Es sei festzuhalten, dass sich die Erkenntnisse auf die Stadt St. Gallen und ihre spezifischen Gegebenheiten beziehen, teilt die Stadtpolizei St. Gallen mit. Zu diesen zählen beispielsweise das Wetter, insbesondere der Schnee, sowie die engen Platzverhältnisse im Testgebiet. Sowohl das Wetter als auch die engen Platzverhältnisse hatten Auswirkungen auf die Qualität der Daten, welche die Parksensoren lieferten.

Pilotprojekt bis Frühling 2019 verlängert

Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt hat der Stadtrat entschieden, den Versuch bis Frühling 2019 zu verlängern. Neben dem Parksensor, der in seiner neusten Version die Zielwerte erreichte, wird auch ein zweiter Sensor weiter getestet, welcher im Pilotversuch zeitweise nahe an die Zielwerte herankam. Damit werden die beiden Parksensoren weiter getestet, die sich im einjährigen Pilotversuch für die Stadt St. Gallen als am besten geeignet erwiesen haben.

Neben den zwei im Boden verbauten Parksensoren soll zudem eine weitere, neue Technologie getestet werden. Diese wurde von einem der beiden Anbieter, die am erweiterten Pilotprojekt teilnehmen, im letzten Jahr entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Radartechnologie der neusten Generation, welche ohne Bodensensoren auskommt. Getestet wird erneut an der Pestalozzistrasse und im westlichen Bereich der Davidstrasse.

Im Frühling 2019 soll definitiv entschieden werden, welche Technologien zukünftig bei der Parkplatzbewirtschaftung in der Stadt St. Gallen eingesetzt werden können. Die Verlängerung des Pilotprojekts könne im Rahmen des bestehenden Budgets durchgeführt werden, heisst es in der Mitteilung. (mgt/aes)