Luzern und Kloten wollen ihren Verkehrsfluss optimieren

Luzern und Kloten wollen ihren Verkehrsfluss optimieren

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle:

Um 40 Prozent soll der öffentliche Verkehr in Luzern, wie hier am Bahnhof, bis 2030 zunehmen. (Bild: Urs Rüttimann)

Das Agglomerationszentrum Luzern hat ein Verkehrsproblem: In der Hauptverkehrszeit treten heute auf den Hauptachsen regelmässig Überlastungen auf. Kleinste Störungen lassen den Verkehr kollabieren. Ob im Auto oder im Bus, alle stecken im Stau. Schleichverkehr durch die Quartiere beeinträchtigt die Lebensqualität und die Verkehrssicherheit. Die Folge davon ist, dass die Stadt Luzern nicht mehr zuverlässig erreichbar ist. Das sind denkbar ungünstige Voraussetzungen für mehr wirtschaftliches Wachstum und zusätzliches Steuersubstrat.

Und es kommt noch schlimmer: bis 2030 rechnen Stadt und Kanton mit einer stark wachsenden Mobilitätsnachfrage. Der motorisierte Individualverkehr soll um 20, der öffentliche Verkehr gar um 40 Prozent zunehmen. Die grossen Schlüsselprojekte Bypass und Tiefbahnhof stehen aber kaum vor 2030 zur Verfügung. Die Mobilitäsplaner sind gefordert, Lösungen zu entwickeln, die rasch umgesetzt werden können und so wirtschaftliche Prosperität im Agglomerationszentrum auch in den nächsten 20 Jahren ermöglichen.

Kapazitätssteigerung um 30 Prozent

Wenn die Verkehrsfläche nicht vermehrt werden kann, muss mit kurzfristigen Lösungen versuch werden, im vorhandenen Strassennetz zusätzliche Kapazität bereitzustellen. Die Stadt startet darum zusammen mit Kanton, Luzern Plus und dem Verkehrsverbund Luzern (VVL) das gemeinsame Projekt «Gesamtverkehrskonzept Agglomerationszentrum Luzern». Es fokussiert in den Zeitraum, bevor die grossen Schlüsselprojekte in Betrieb genommen werden können und hat folgende Ziele: Kapazitätssteigerung des Gesamtsystems Mobilität um 30 Prozent bis 2030, Erhöhung der Verkehrssicherheit, Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs sowie Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität im Agglomerationszentrum.

Das Projekt basiert auf einer Schwachstellenanalyse, entwickelt ein Gesamtverkehrsmodell und legt Zielzustände fest für die Zeithorizonte 2020 und 2030. Im Sommer 2012 befasst sich der Grosse Stadtrat mit dem Projekt. Der Start ist geplant für das dritte Quartal 2012. Bis Ende 2013 sollen erste konkrete Lösungsvorschläge vorliegen.

Im Quartierworkshop mitdiskutieren

Um Mängel am Verkehrssystem aufzudecken und zu verbessern, wird auch in Kloten ein städtisches Gesamtverkehrskonzept erstellt. Es soll Handlungsbedarf aufzeigen und mit einer konkreten Massnahmenliste Verbesserungen ausweisen. Das Konzept beschränkt sich dabei vorwiegend auf städtische Strassen. Erfahrungsgemäss haben die Bewohnerinnen und Bewohner sehr gute Kenntnisse über die Verkehrsprobleme in ihrem Quartier. Dieses Wissen soll neben der fachlichen Arbeit Grundlage des Gesamtverkehrskonzeptes bilden. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden deshalb an Quartierworkshops in die Diskussionen einbezogen und können ihre Bedürfnisse und Ideen einbringen. Dies hat einerseits den Vorteil, dass die Identifikation mit möglichen Massnahmen sehr gross ist (beispielsweise mit einer temporeduzierten Zone) und andererseits das Verständnis für verkehrsrelevante Entscheidungen gefördert wird. (mgt/aes)