Engagierte Mitwirkung zum Agglomerationsprogramm Luzern der zweiten Generation

Engagierte Mitwirkung zum Agglomerationsprogramm Luzern der zweiten Generation

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In der Agglomeration Luzern arbeiten die Gemeinden in der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung zusammen. (Bild: Wikicommons)

Das Agglomerationsprogramm (AP) Luzern der zweiten Generation mit dem Massnahmenhorizont 2015 bis 2018 und später baut grundsätzlich auf der Gesamtkonzeption des AP Luzern der ersten Generation von 2011 bis 2014 auf und entwickelt dieses weiter. Es stützt sich auf das neue Zukunftsbild 2030 der Agglomeration Luzern, das auch die Umlandgemeinden im ganzen Raum von «LuzernPlus» umfasst.

Während der Mitwirkungsphase Ende 2011 konnten sich alle Interessierten zum Entwurf des Agglomerationsprogramms äussern. An zwei öffentlichen Informationsveranstaltungen wurden das Zukunftsbild sowie die Strategien und Massnahmen des Agglomerationsprogramms vorgestellt. Insgesamt sind 59 Eingaben mit rund 700 Anträgen eingegangen, darunter Stellungnahmen von drei Nachbarkantonen, 23 Gemeinden, sieben Parteien und 23 Organisationen.

Aufgrund von mehreren, zum Teil divergierenden Anträgen soll bei der Bereinigung die zeitliche Priorisierung der übergeordneten Schlüsselmassnahmen Tiefbahnhof und Autobahn-Bypass etwas offener (da nicht in alleiniger Kompetenz des Kantons Luzern) formuliert werden. Beide Projekte sind dabei gleich wichtig und dringlich sowie für ein funktionierendes Gesamtverkehrssystem unabdingbar. Dementsprechend wird sich der Kanton Luzern weiterhin bei den Bundesbehörden für die möglichst rasche Realisierung einsetzen. Anträge zu den verschiedenen Etappen der Spange Nord werden im Rahmen der zurzeit laufenden Projektierung untersucht.

Befürwortet wird von der grossen Mehrheit ebenfalls die Weiterentwicklung des Bussystems, die im Rahmen des Projekts «Agglomobil Due» des Verkehrsverbundes Luzern mit besseren Umsteigeinfrastrukturen und -beziehungen an den Knoten Bahn-/Bus sowie mit verlängerten bzw. neuen Buslinien vorangetrieben wird.

Öffentlicher Verkehr vs. Individualverkehr

Teilweise diametral auseinander laufen die Anträge zur Gewichtung des öffentlichen Verkehrs und Langsamverkehrs oder des motorisierten Individualverkehrs. Die im kantonalen Bauprogramm verankerten Buspriorisierungsmassnahmen werden jedoch mehrheitlich unterstützt.

Ebenso begrüsst werden mehrheitlich der kontinuierliche Ausbau der Park+Ride- und Bike+Ride-Anlagen, das Mobilitätsmanagement, ein überarbeiteter Zonenplan für den Tarifverbund «Passepartout» und ein überkommunal koordiniertes Muster-Parkplatzreglement. Geprüft werden vorgeschlagene zusätzliche Massnahmen im Bereich Langsamverkehr wie die Optimierung der bestehenden Anlagen, neue Netzelemente und Veloabstellplätze.

Die verschiedenen Massnahmen zur Siedlungsentwicklung nach innen und zur Siedlungsbegrenzung nach aussen werden mehrheitlich gutgeheissen, teilweise wird noch eine Konkretisierung verlangt.

Konkretisierung bis Juni

Gestützt auf die Mitwirkung wird das AP Luzern der zweiten Generation zurzeit konkretisiert und bereinigt. Es wird anschliessend von den Delegierten des Entwicklungsträgers «LuzernPlus» und den Regierungen der Nachbarkantone verabschiedet, vom Regierungsrat des Kantons Luzern als Träger des AP beschlossen und spätestens Ende Juni 2012 den Bundesbehörden zur Prüfung eingereicht. Die wesentlichen Elemente des AP sind anschliessend verbindlich im kantonalen Richtplan zu verankern. (mgt/aes)