Brennstoffzellen im Postauto

Brennstoffzellen im Postauto

Gefäss: 

Die Brennstoffzellen-Postautos werden ab dem Fahrplanwechsel vom 11. Dezember schrittweise den Linienbetrieb aufnehmen, wie PostAuto-Leiter Daniel Landolf sagte. Der Versuch sei auf fünf Jahre angesetzt. Die fünf baugleichen Busse von Mercedes-Benz werden ausschliesslich mit Wasserstoff betankt. In den Brennstoffzellen, die sich auf dem Dach des Busses befinden, wird der Wasserstoff in elektrische Antriebsenergie für zwei Radnabenmotoren umgewandelt.

Geringe Emissionen

Das Fahrzeug fahre somit elektrisch und stosse reinen Wasserstoff aus, erläuterte Landolf. Wasserstoff, der als Energieträger diene, stelle beim Betrieb eines Postautos kein grösseres Risiko dar als Benzin. Auch die Lärmemissionen beim Fahren seien sehr gering. Da die Brenstoffzellen- Postautos elektrisch angetrieben würden, entfielen die Motorengeräusche und Vibrationen eines Dieselmotors.

Beim Bremsen können die Hightech-Busse zudem Energie zurückgewinnen. PostAuto rechnet damit, dass während der fünfjährigen Versuchsphase im regulären Überlandbetrieb mindestens 2000 Tonnen CO2 eingespart werden können.

Wasserstoff-Tankstelle geplant

In Brugg baut PostAuto auch die erste Schweizer Wasserstofftankstelle für Busse. Der grösste Teil des Wasserstoffs soll direkt an Ort mit Hilfe eines Elektrolyseurs aus Leitungswasser (H2O) und Strom produziert werden. Der Strom soll aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Es sei für PostAuto als grösstes Busunternehmen der Schweiz mit mehr als 2000 Fahrzeugen ein langfristiges Ziel, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, betonte Landolf. Dies habe ökologische und ökonomische Gründe. Die Entwicklung des Dieselpreises sei eine grosse Unbekannte, und die gesetzlichen Auflagen wirkten kostentreibend.

Pilotprojekt kostet 11 Millionen Franken

Die Kosten für die fünf Hightech-Postautos und für den Bau der Tankstelle betragen 11 Millionen Franken. Ein Prototyp-Fahrzeug kommt mit zwei Millionen Franken rund sechs Mal so teuer wie ein Dieselbus. Auf dem Markt sind erst Prototypen erhältlich. Mehrere Partner unterstützen den Langzeittest, unter anderen das Bundesamt für Energie, der Kanton Aargau und die Europäische Union. Diese Partner fördern das Projekt mit mehr als 8,3 Millionen Franken.

Brugg reiht sich beim Testlauf mit den Hightech-Bussen in namhafte europäische Städte ein. Seit fast einem Jahr sammelt London Alltagserfahrungen mit Brennstoffzellen-Bussen und Köln seit September. Noch in diesem Jahr will Hamburg folgen. (sda)