Bessere Abstimmung zwischen Raum und Verkehr gefordert

Bessere Abstimmung zwischen Raum und Verkehr gefordert

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Mobilitätskonzepte der Zukunft sollten in den Städten noch stäker auf den öffentlichen Verkehr setzen, meinen die Experten.

Die urbane Mobilität stand im Zentrum der 2. öV-Tagung des VCS. Unter dem Titel «Mehr Stadt dank öffentlichem Verkehr» diskutierten in Bern Expertinnen und Experten über die Zusammenhänge von Lebensqualität und öffentlichem Verkehr in unseren Städten. Einen wichtigen Platz nahmen dabei raumplanerische Fragestellungen ein.

Fast drei Viertel der Schweizer Bevölkerung lebe in einer urbanen Umgebung, sagte VCS-Präsidentin Franziska Teuscher in ihrer Eröffnungsrede. Gleichzeitig träten in den Städten auch die gravierendsten Verkehrsprobleme auf. In der Stadt sei aber nicht das Auto, sondern der öffentliche Verkehr sowie der Fuss- und Veloverkehr die idealen Fortbewegungsmittel, sagte Franziska Teuscher. Sie seien umweltgerecht, schneller und sozialer und müssten deshalb gefördert werden.

Herausforderungen der Urbanisierung

Die heutige Zeit sei durch Herausforderung an die urbane Entwicklung und die Organisation von Mobilität gekennzeichnet, betonte auch Malene Freudendal-Pedersen, Assistenzprofessorin im Fachbereich Umwelt, Gesellschaft und räumliche Veränderung an der Roskilde-Universität in Dänemark. Überlegungen über die Zukunft müssten sich deshalb mit dem Konzept Stadt und Mobilität befassen.

Die rund 80 Teilnehmenden diskutierten intensiv über Mittel und Wege, den öffentlichen Verkehr in den Städten zu fördern. Um eine Verlagerung weg von der Strasse zu erzielen, müsse einerseits das Angebot des öffentlichen Verkehrs optimiert werden, sagte Milenko Vrtic, Lehrbeauftragter für Verkehrsplanung an der ETH Zürich. Wichtig sei aber auch eine sinnvolle Raumplanung.

Wohnen, Arbeit und Freizeit nicht weiter trennen

Statt Wohnen, Arbeit und Freizeit räumlich immer weiter zu trennen, müssten die verschiedenen Nutzungen in attraktiven Subzentren zusammenrücken, sagte Renate Amstutz, Direktorin des Schweizerischen Städteverbands. Zudem müsse die Lebensqualität in den Zentren hoch sein, damit die Mobilität verträglich gestaltet werden könne.

Auch Petra Breuer, Abteilungsleiterin Politik beim Bundesamt für Verkehr, plädierte für eine bessere Abstimmung zwischen Raum und Verkehr. Das Siedlungsgebiet müsse begrenzt und die Siedlungsentwicklung auf den öffentlichen Verkehr sowie auf die urbanen Räume ausgerichtet werden.

Gottlieb Witzig, Bereichsleiter Langsamverkehr des Bundesamtes für Strassen, hob die Bedeutung des Fuss- und Veloverkehrs für attraktive Städte und Quartiere hervor. Trotz der zahlreichen Vorteile des Fuss- und Veloverkehrs investiere die öffentliche Hand aber immer noch sehr zurückhaltend in diese Verkehrsträger. (mgt/mrm)