Absichtserklärung zum S-Bahn-Netz Léman Express unterzeichnet

Absichtserklärung zum S-Bahn-Netz Léman Express unterzeichnet

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Teaserbild-Quelle: Florian Pépellin (CC BY-SA 3.0)

Das künftige französisch-schweizerische S-Bahn-Netz Léman Express soll ab Ende 2019 das grösste grenzüberschreitende Projekt für öffentlichen Verkehr in Europa werden. Nun haben die schweizerischen und französischen Behörden ihre gemeinsame Vision in einer Absichtserklärung festgehalten.

Bahnhof Genf Cornavin
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Florian Pépellin (CC BY-SA 3.0)

Der Genfer Hauptbahnhof Cornavin soll ab Ende 2019 das Herz der grenzüberschreitenden S-Bahn Léman Express werden.

Das französisch-schweizerische S-Bahn-Netz Léman Express wird ein Gebiet mit über einer Million Menschen erschliessen und dereinst auf 230 Kilometer Schiene 45 Bahnhöfe verbinden.

Das Angebot des Léman Express wird schrittweise eingeführt. Mit der Inbetriebnahme der ersten Etappe am 11. Juni 2018 verkehrt an Werktagen jede Viertelstunde eine S-Bahn zwischen den Bahnhöfen Coppet VD und Lancy-Pont-Rouge GE. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Ende 2019 vorgesehen, nach Abschluss des Ausbaus der Infrastruktur auf dem Streckenabschnitt Genf Cornavin-Eaux-Vives-Annemasse (Ceva-Projekte in der Schweiz und in Frankreich).

Damit die Menschen auf beiden Seiten der Grenze von einem effizienten und qualitativ hochwertigen Angebot profitieren, haben die schweizerischen und französischen Behörden ihre gemeinsame Vision in einer Absichtserklärung festgehalten. Diese ist am 1. Februar 2018 in Genf unterzeichnet worden.

Der Bund, die Kantone Waadt und Genf sowie die französische Region Auvergne-Rhône-Alpes sind für die Bestellung und Finanzierung des Angebots zuständig. Aus der Schweiz setzten die Waadtländer Regierungsrätin Nuria Gorrite, der Genfer Regierungsrat Luc Barthassat und der stellvertretende Direktor des Bundesamts für Verkehr (BAV), Pierre-André Meyrat, ihre Unterschrift unter die Erklärung. Der Präsident der französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes, Laurent Wauquiez, wurde durch den ersten Vizepräsidenten des Regionalrats Étienne Blanc und durch die Vizepräsidentin und Delegierte für Verkehr Martine Guibert vertreten.

Starke grenzüberschreitende Zusammenarbeit nötig

Als bedeutendes grenzüberschreitendes Projekt müssen für den Léman Express zahlreiche Fragen zu den Bereichen Bahntechnik, Betrieb und Finanzierung sowie juristische und institutionelle Fragen gelöst werden. Dafür müssen geeignete Instrumente geschaffen werden. Die Absichtserklärung soll dazu beitragen, dass die Landesgrenze kein Hindernis ist. Mit dem Dokument bekräftigen die Parteien ihre Absicht, eine einzige Bestellbehörde (zentrale Organisationsbehörde) zu schaffen, die bis 2023 ins Leben gerufen werden soll. Als Ansprechpartnerin soll ihr eine einzige Betriebsgesellschaft gegenüberstehen, die durch die SBB und die SNCF noch zu bestimmen ist.

Als Planungs-, Bestell-, Subventions- und Kontrollstelle für das Verkehrsangebot des Léman Express soll die zentrale Bestellbehörde sicherstellen, dass die Betriebsgesellschaft dauerhaft qualitativ hochwertige Leistungen erbringt. Sie soll ebenso die Kosten und die Wirtschaftlichkeit überwachen und wo nötig alle Beteiligten koordinieren. (mgt/aes)