580 Schweizer Bahnhöfe müssen renoviert werden

580 Schweizer Bahnhöfe müssen renoviert werden

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Im Zuge der Umsetzung des Behindertengesetzes werden bis Ende 2023 rund 580 Bahnhöfe modernisiert und mit niveaugleichem Einstieg besser zugänglich gemacht. Mit dem flächendeckenden Erneuerungsprogramm im Umfang von über drei Milliarden Franken sind umfangreiche Bauarbeiten verbunden. Weitere rund 100 Bahnhöfe werden nach 2023 angepasst.

Behinderter Mann in Rollstuhl neben gesunder Frau
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klimkin/Pixabay

Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs sollen für Behinderte in der Schweiz keine Hürden mehr darstellen.

Von der Umsetzung des Behindertengesetzes (BEHIG) an den Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen profitieren alle Personen, die den öffentlichen Verkehr nutzen. Für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Seniorinnen und Senioren, Passagiere mit viel Gepäck oder Kinderwagen sowie für Reisende, die nach einem Unfall an Krücken gehen, ist der niveaugleiche Einstieg wichtig, um den öffentlichen Verkehr selbständig benützen zu können.

Zusammenarbeit mit Inclusion Handicap

Ziel des Bundesamtes für Verkehr (BAV) ist es, die Vorgaben des BehiG an den Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen aller Bahnen zeitgerecht, einheitlich und verhältnismässig umzusetzen. Hierfür hat das BAV letztes Jahr eine vom Verband öffentlicher Verkehr (VÖV) entwickelte Planungshilfe weiterentwickelt und mit dem Behinderten-Dachverband Inclusion Handicap abgestimmt. Gegenüber der vom VöV erarbeiteten Vorlage wurden das Vorgehen, die Art und Weise der Erfassung und Gewichtung einzelner Bewertungskriterien zugunsten der Reisenden mit eingeschränkter Mobilität angepasst. Dies führt im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen des VöV zu rund drei Prozent mehr baulichen Anpassungen.

Mann mit Schuhen steigt Treppe hinauf
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Treppen können für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen oder Reisende mit viel Gepäck schier unüberwindbare Barrieren sein. Den betroffenen Gruppen soll mit einer gross angelegten Umbauaktion an Schweizer Bahnhöfen geholfen werden. 

Autonomes Reisen ermöglichen

Von den gut 1800 Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen in der Schweiz sind aktuell 41 Prozent bereits autonom und spontan im Sinne des BEHIG benutzbar. Da sich darunter überdurchschnittlich viele grössere Bahnhöfe befinden, profitieren heute 59 Prozent der Ein- und Aussteigenden von der BehiG-Konformität. Mit den Umsetzungskonzepten der Bahnen besteht eine verlässliche Planung für das weitere Vorgehen bis Ende 2023. Bis dann werden rund 580 weitere Bahnhöfe und Eisenbahn-Haltestellen angepasst, verteilt über die ganze Schweiz. Damit werden dann 81 Prozent aller Ein- und Aussteigenden auf 74 Prozent der Bahnhöfe autonom und spontan reisen können. An den übrigen Bahnhöfen und Eisenbahn-Haltestellen werden die Bahnen Ersatzmassnahmen anbieten, meist in Form von Personalhilfe.

Keine Doppel- und Dreifachumbauten

Das BAV wird die Bahnen, insbesondere die SBB als wichtigste Infrastrukturbetreiberin, bei der Umsetzung des BEHIG weiterhin eng begleiten. Die Anpassungen sollen mit den laufenden Eisenbahn-Ausbauprogrammen und dem ordentlichen Substanzerhalt koordiniert werden, damit jeder Bahnhof und jede Eisenbahn-Haltestelle möglichst nur einmal umgebaut wird. Das BAV stellt die Finanzierung der Baumassnahmen über die Leistungsvereinbarungen für den Substanzerhalt und die Eisenbahn-Ausbauschritte sicher. (mgt/lfr)