Zweckverbände dienen im Kanton Zürich der Erfüllung kommunaler Aufgaben

Zweckverbände dienen im Kanton Zürich der Erfüllung kommunaler Aufgaben

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Häufisgter Aufgabenbereich für Zürcher Zweckverbände: Abwasser. (Bild: Gerda Gr./pixelio.de)

Derzeit sind mit Ausnahme der Stadt Zürich sämtliche Zürcher Gemeinden in mindestens einem Zweckverband organisiert. Die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg ist jedoch nicht überall gleich beliebt. So ist die Stadt Winterthur in nur einem Zweckverband Mitglied, während es die Gemeinden Steinmaur und Wil auf jeweils zwölf Mitgliedschaften bringen. Grundsätzlich nimmt die Neigung, sich bei der Bewältigung der anfallenden Aufgaben mit anderen Gemeinden zusammenzutun, mit zunehmender Urbanität und steigender Finanzkraft ab: Es sind vor allem die ländlichen und finanziell eher schwach gestellten Gemeinden, die vom Zweckverband Gebrauch machen. Darüber hinaus entscheidet die geografische Nähe, wer mit wem zusammenarbeitet.

Von administrativen Strukturen hin zu funktionalen Räumen

Besonders im mittleren Teil des Kantons spielen aber administrative Strukturen wie die Bezirke kaum mehr eine Rolle, die Auswahl der Partnergemeinden richtet sich vielmehr nach den anfallenden Aufgaben. So teilen sich beispielsweise die Gemeinden im Tösstal die Wasserversorgung, die Abwasserreinigung, das Altersheim und den Zivilschutz. Es hat sich aufgrund ähnlicher Bedürfnisse ein funktionaler Raum über Gemeinde- und Bezirksgrenzen hinweg entwickelt.

Abwasser vor Feuerwehr und Wasser

Im Jahr 2011 sind beim Gemeindeamt des Kantons Zürich knapp 200 Zweckverbände registriert. Formiert haben sich diese in 18 sehr unterschiedlichen Themengebieten, etwa im Bereich der Abwasserreinigung, der Regionalplanung oder der Feuerwehr. Der am weitaus häufigsten in Zweckverbänden geregelte Bereich ist das Abwasser, gefolgt von der Feuerwehr und der Wasserversorgung. Die thematische Vielfalt, die unterschiedliche Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung und die Grössenunterschiede der Zweckverbände führen dazu, dass es nicht einfach ist, sicheinen Überblick zu verschaffen und Informationen über Entwicklung und gegenwärtige Bedeutung zu erhalten.

Vernetzung schmälert Übersichtlichkeit

Keine Frage: Um infrastrukturintensive Aufgaben überhaupt erfüllen zu können, sind Kooperationen unerlässlich. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet die zunehmende Vernetzung aber auch einen Verlust von Übersichtlichkeit. Da die neue Kantonsverfassung auch in Zweckverbänden demokratische Mitbestimmungsrechte garantiert, ist es umso wichtiger, einen Überblick über die existierenden Verbände und die Verflechtungen zwischen den Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Denn: Nur wenn bekannt ist, bei welchen Aufgaben die Gemeinden Kooperationen eingehen, machen die demokratischen Möglichkeiten auch Sinn. (mgt/aes)

Wo Gemeinden im Kanton Zürich gemeinsam Friedhöfe, Spitäler oder Sportanlagen betreiben und wie intensiv sie sich mit wem vernetzen: www.statistik.zh.ch/zv