Luzern setzt auf «Community Policing»

Luzern setzt auf «Community Policing»

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Teaserbild-Quelle: Bild: Frederic Mancosu/Flickr

Seit rund zehn Jahren wird in Luzern, wie in allen Zentrumsstädten der Schweiz, der öffentliche Raum von immer mehr Personen intensiver, länger und individueller genutzt. Nun sollen mit geeigneten Massnahmen die negativen Auswirkungen der intensiven Nutzung nachhaltig minimiert werden.

«Nachtleben darf nicht zunehmen»

Der Luzerner Stadtrat und der Regierungsrat sind sich einig, dass der in den letzten Jahren eingeschlagene Weg weiterverfolgt werden soll. Sie sind sich weiter einig, dass das Nachtleben nicht weiter zunehmen, sondern auf dem heutigen Stand gehalten werden soll. Die Qualität des Nachtlebens soll durch die enge Zusammenarbeit mit Clubs und Bars weiter verbessert werden. Geltende Gesetze, Regeln und Normen sollen klar kommuniziert und durchgesetzt werden. «Bei Bedarf wird punktuell auch mehr Repression oder mehr Toleranz notwendig sein», teilt die Stadt mit. Weiter soll die Zusammenarbeit mit sozialen Institutionen ausgebaut werden. Stadtrat und Regierungsrat lehnen sowohl eine ausschliesslich repressive als auch eine durchwegs liberalisierte Vorgehensweise ab.

Unter der Federführung der Stadt erarbeiten Stadt und Kanton nun basierend auf diesen Vorgaben gemeinsam eine «Strategie Nachtleben und öffentlicher Raum» für den öffentlichen Raum in der Stadt Luzern. Ziel der Strategie ist es, dass Massnahmen vorausschauend geplant und damit langfristig und nachhaltig eine Verbesserung erzielt werden kann. Damit sollen die Situation im öffentlichen Raum verbessert und die Einsatzkräfte in den Bereichen Sicherheit und Reinigung entlastet werden.

Die Projektgruppe ist nun vom Sicherheitsausschuss von Regierungs- und Stadtrat beauftragt worden, die bestehenden Massnahmen auf ihre Wirkung zu prüfen und weitere Massnahmen auszuarbeiten. Als Basis dazu dienen der Sicherheitsbericht 2013 der Stadt Luzern, die Studie «Städtisches Nachtleben – Situationsanalyse und mögliche Vorgehensweisen» des Schweizerischen Städteverbandes von 2012 und das Konzept Nachtleben der Stadt Bern von 2013.

Neu: Vernetztes «Community Policing»

Die Abteilung Sicherheitspolizei Stadt der Luzerner Polizei führt ab Sommer 2014 das neue Einsatzelement «CityPlus» ein. Dieses verfolgt die Philosophie von «Community Policing», was am besten mit gemeinschaftsorientierter Polizeiarbeit oder bürgernaher Polizei zu definieren ist. Zentral dabei ist die Vernetzung mit den Partnerorganisationen im öffentlichen Raum – etwa SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) oder mit Quartiervereinen – sowie sichtbare präventive Präsenz und gezielte Schwerpunktaktionen. Mehrere Städte in der Schweiz haben ähnliche Konzepte. «CityPlus» ist aber speziell auf die Bedürfnisse der Stadt Luzern ausgelegt. Das Projekt wurde unter Einbezug der Mitarbeitenden der Sicherheitspolizei Stadt entwickelt.

Dieses Einsatzelement befasst sich primär mit der Spezialversorgung und ist sowohl präventiv als auch repressiv tätig. Neben der Bewirtschaftung der Brennpunkte gehören weitere Einsatzfelder dazu, beispielsweise präventive Präsenz in der Alt- und Neustadt, Begleitung von grossen Anlässen sowie andere sicherheitspolizeiliche Aufgaben. Die Sicherheitspolizei Stadt kann somit flexibler auf Phänomene auf dem Gebiet der Stadt Luzern reagieren, unter anderem auch durch die Vernetzung und aktive Zusammenarbeit mit den Partnern im öffentlichen Raum. «Bei gleichbleibendem Bestand an Stellen wird Personal aus den anderen Einsatzzügen und aus anderen Aufgabenbereichen in dieses Element verschoben», teilt die Stadt mit. (mgt/aes)