Lausannes preiswürdige 300 Gärten

Lausannes preiswürdige 300 Gärten

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Teaserbild-Quelle: Bild: Schweizer Heimatschutz

Lange bevor der Urban-Gardening-Trend Metropolen wie New York erfasste, entdeckte man in Lausanne das Gärtnern auf kleinem Raum zwischen Häusern und Strassen. Mit den sogenannten Plantages bietet die Stadt ihren Bewohnern seit 1996 die Möglichkeit eigenes Gemüse zu ziehen und sich an selbstgepflanzter Blumenpracht zu erfreuen.

Mini-Schrebergärten ohne Häuschen

Im Gegensatz zu einem Schrebergarten ist eine «Plantage» allerdings kleiner, sie umfasst eine Fläche von acht bis 48 Quadratmetern, Gartenhäuschen sowie anderes Mobiliar sind verboten. Zudem dürfen die kleinen grünen Oasen nur wenige Gehminuten vom Zuhause ihrer Nutzer entfernt liegen. Wer zu weit weg wohnt, kann sich für eine Plantage nicht bewerben. Mittlerweile verfügt die Stadt über 300 solcher «Pflanzblätze», die über elf Areale verteilt sind. 

Den Ausschlag dazu gab eine Studie, die 1995 im Rahmen der Vorarbeiten zur Revision des Richtplans erstellt worden war: Sie zeigte, dass immer mehr Vorgärten Strassen und Neubauten zum Opfer fallen. Um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen, in dem kleine Parzellen den Lausannern zum bepflanzen zur Verfügung stellte. Was einst als Experiment seinen Anfang genommen hat, ist nun seit 2011 fest im Richtplan verankert.

Nun erhält Lausanne dafür den Schulthess Gartenpreis. Pragmatisch und bürgernah, aber zugleich mit lenkender Hand habe die Stadt nach und nach schlecht genutzte Areale im urbanen Umfeld aktiviert, lobt der Heimatschutz. Die Preisverleihung findet am 27. Juni statt.  (mai/aes)

Eine Begleitpublikation kann hier bestellt werden. (Mitglieder bezahlen 5 Franken und Nichtmitglieder 10 Franken.)  

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