Kraftwerke Oberhasli mit dem Watt d'Or ausgezeichnet

Kraftwerke Oberhasli mit dem Watt d'Or ausgezeichnet

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: Zvg

Mit einer neuen Technologie für Pumpspeicherkraftwerke machte die Kraftwerke Oberhasli AG aus Innertkirchen BE in der Kategorie Energieeffizienz das Rennen. Sie erhält den Watt d'Or für das Projekt «Varspeed», das sie in Kooperation mit der Firma ABB umgesetzt hat. Dabei handelt es sich um den weltweit leistungsstärksten Frequenzumrichter für einen Pumpspeicherantrieb in einem Wasserkraftwerk. Er macht es möglich, dass im Pumpspeicherkraftwerk «Grimsel 2» pro Liter Wasser mehr Strom erzeugt werden kann als vorher.

Mit Hilfe des Umrichters kann die Geschwindigkeit der Pumpe gesteuert werden und somit auch der Stromverbrauch. Er hat eine Leistung von 100 Megawatt und ist damit so stark wie 1000 Personenwagen.

Preise für durchsichtige Photovoltaik-Zellen, einen Erdgas-Diesel-Motor und ein Plusenergiehaus

In der Kategorie Erneuerbare Energien räumt die Photovoltaik-Zelle der «glass2energy ag» aus Villaz-St-Pierre den Preis ab. Die durchsichtige Zelle erzeugt mittels einer technischen Photosynthese selbst bei diffusem Licht Strom- ähnlich wie die Pflanzen, bei denen die Photosynthese auch bei schwachem Licht läuft. Die Zellgewebe seien attraktiv gestaltet und könnten auf Möbel, Wände und Fenster aufgezogen werden, schreibt das BFE.

Für ihren Erdgas-Diesel-Hybrid Motor erhält das Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik der ETH Zürich den Watt d'Or für energieeffiziente Mobilität. Der Motor sei so effizient, dass er nur halb so viel CO2 ausstosse wie herkömmliche Motoren, nämlich rund 56 Gramm pro Kilometer. Das entspricht laut dem BFE einem Verbrauch von 2,4 Liter auf 100 km.

Weiter erhalten die Erbauer eines Minenergie-A-ECO-Mehrfamilienhauses im Zentrum von Kriens LU einen Watt d'Or. Das Haus produziert übers Jahr mehr Energie, als es selbst verbraucht, begründet die Jury den Entscheid. Die BFE- Trophäe für «Gebäude und Raum» geht an die Bauherrschaft Marie-Theres und Markus Portmann und das Architekturbüro aardeplan ag aus Baar.

Kein Preisgeld, sondern Vorbildfunktion

Mit einem Watt d'Or ausgezeichnet wird dieses Jahr zudem ein Handbuch, das mit zahlreichen leicht verständlichen Tipps vor allem den kleinen Wäschereien beim Energiesparen helfen soll. Das Projekt "RessEff" stammt vom Verband Textilpflege Schweiz und gewann in der Kategorie Gesellschaft.

Die Auszeichnung Watt d'Or ist nicht mit Geld dotiert. Ziel des 2006 geschaffenen Preises ist es, die prämierten Energiesparprojekte der Öffentlichkeit, Wirtschaft und Politik bekannt zu machen. Zu den fünf Kategorien waren 65 Bewerbungen eingegangen. (sda/mrm)