Deutsche Stadt wirbt mit Influencerin

Deutsche Stadt wirbt mit Influencerin

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Teaserbild-Quelle: Screenshot Instagram

Um der Verödung der Innenstadt entgegenzuwirken, will das bayerische Hof den Onlinehandel mit seinen eigengen Waffen schlagen: Die Stadt engagiert eine Instagram-Influencerin.

Die oberfränkische Stadt Hof (Saale) im äussersten Nordosten Bayerns kämpft wie die meisten Städte mit den Folgen des Onlinehandels. Im Zentrum der 45 000 Einwohner zählenden Stadt sieht es laut einem Artikel von «kommunal.de» aus, als wäre die Zeit stehen geblieben: Alte Reklameschilder hängen trostlos über den Fensterscheiben, hinter denen keine Schaufensterpuppen, sondern große Staubballen rumliegen. Von den Wänden bröckelt der Putz und Leerstand reiht sich an Leerstand.

Früher gab es im Ort einmal ein Geschäft für Frauenmode, einen Schuhladen, ein Restaurant, ein Nagelstudio und eine Post. Heute wirkt die Innenstadt wie ausgestorben.

Auf Social Media gegen den Onlinehandel

In Hof will man nicht resignieren, sondern den Onlinehandel mit seinen eigenen Waffen schlagen: Seit Anfang Jahr postet die Modebloggerin Debora Fikentscher («sevendayslove») auch Fotos auf dem Instagram-Account «Einkaufen in Hof». Der Account ist in Kooperation mit dem Einzelhandel der Stadt entstanden und bietet einen bunten Mix aus Produkten, die allesamt aus Geschäften in der Hofer Innenstadt stammen. Rund 26 000 Menschen folgen Fikentscher und ihren Fotos von Outfits, Einrichtungen und Accessoires auf Instagram. Von dieser Reichweite will nun auch die Stadt Hof profitieren. Knapp 1200 Abonnenten hat «Einkaufen in Hof» im Moment.

Die Influencerin will den Einzelhandel in ihrer Heimatstadt ankurbeln, indem sie die Geschäfte besucht, auf Instagram postet und den Ladenbesitzern ein wenig Nachhilfe im digitalen Marketing gibt: «Viele im Einzelhandel haben gedacht, eine Website und ein Online-Shop reichen aus. Heute hängt da natürlich wesentlich mehr dran», sagt der Pressesprecher der Stadt, Rainer Krauß, zu «kommunal.de».

Doch funktioniert diese Methode? Fikentscher zieht im bayerischen Rundfunk ein positives Zwischenfazit: «Sonnenbrillen oder Kleider, die ich bei Instagram vorgestellt habe, waren in den Läden in kurzer Zeit ausverkauft. Und die Händler merken, dass plötzlich wieder junge Leute kommen.» (aes)