Kanton Bern hat vier definitive Standplätze im Visier

Kanton Bern hat vier definitive Standplätze im Visier

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Teaserbild-Quelle: Bild: Patrick Aeschlimann

Der Platz in Erlach, der im Sommer von Erholungssuchenden als Parkplatz genutzt wird, soll künftig im Winter als Standplatz für Fahrende genutzt werden, wie die bernische Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion mitteilt.

Das Areal im Froumholz in Muri ist bereits im Zonenplan und im Baureglement der Gemeinde als Winterstandplatz planungsrechtlich gesichert. Nun soll dort ein ganzjähriger Platz erstellt werden.

In Matten bei Interlaken wird der Platz derzeit bereits provisorisch von Fahrenden genutzt. Ziel ist es, aus dem Provisorium eine definitive Lösung zu machen. Die Gemeinde will allerdings zuerst genügend Erfahrungen sammeln mit dem Provisorium, bevor sie sich endgültig entscheidet.

Weitere Abklärungen laufen noch für einen Standort im Oberaargau. Die Plätze sollen in enger Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden geplant und realisiert werden. Der bernische Grosse Rat wird voraussichtlich 2016 über einen Baukredit befinden. Die Plätze sollen anschliessend erstellt werden - in den Jahren 2016 und 2017.

Die geplanten Plätze ergänzen die bestehenden Angebote in Thun-Allmendingen und Jegenstorf sowie die Standplätze in Biel und Bern.

Platzmangel ist ein altes Problem

Der Mangel an Stand- und Durchgangsplätzen für Fahrende ist ein altes Problem und beschäftigt nicht nur den Kanton Bern. Im Frühjahr 2014 machten Schweizer Fahrende mit einer aufsehenerregenden Protestaktion auf der Berner Allmend auf ihre Forderung nach mehr Plätzen aufmerksam (siehe Kommunalmagazin 4/2014). Die Polizei setzte der Aktion ein Ende, doch die Fahrenden hatten immerhin erreicht, dass das Thema in Politik und Öffentlichkeit schweizweit breit diskutiert wurde.

Im Kanton Bern wurden diverse provisorische Plätze geschaffen. Der Regierungsrat setzte sich zum Ziel, dass bis 2017 bis zu fünf neue Stand- und Durchgangsplätze für Schweizer Fahrende geschaffen werden können.

Schwieriger ist die Suche nach Transitplätzen für ausländische Fahrende. Hier setzt der Kanton Bern derzeit auf eine Parzelle des Bundes in Meinisberg. Ein weiterer Standort in Pieterlen wird nicht weiter verfolgt. (sda/aes)