Jenische besetzen Grundstück in Kriens

Jenische besetzen Grundstück in Kriens

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: Patrick Aeschlimann

Auf dem Grundstück an der Ringstrasse seien rund 40 Wohnwagen abgestellt worden, sagte ein Vertreter der Luzerner Polizei. Er bestätigte Berichte von «20min.ch» und «luzernerzeitung.ch».

Die Bewegung der Schweizer Reisenden sprach von 50 bis 60 Wagen und gegen 500 an der Aktion teilnehmenden Personen. Es handle sich um lauter Schweizer Jenische, sagte Mike Gerzner, Präsident der Bewegung.

Der Polizeivertreter und Gerzner bestätigten, dass die Stadt die Fahrenden bis Montag auf ihrem Grundstück dulde. Eine Delegation von städtischen und kantonalen Vertretern will sich mit ihnen treffen. Sanitäre Anlagen, Wasser und Strom seien für die Fahrenden organisiert worden.

Durchgangsplätze und Treffen mit Bundesrat gewünscht

Die Bewegung der Schweizer Reisenden fordert mit der Aktion nach Angaben auf ihrer Website vom Kanton Luzern zwei bis vier dauerhafte Durchgangsplätze sowie ab sofort zwei bis vier provisorische Durchgangsplätze. In der Stadt Luzern verlangen sie «ab sofort» einen festen Standplatz.

In der Stadt Luzern stünde eigentlich im Gewerbegebiet Ibach ein Platz zur Verfügung. Der wird von den Fahrenden aber kritisiert, weil er sich direkt neben dem Strassenstrich befindet.

Weiter fordert die Bewegung eine Sitzung mit der kantonalen Raumplanungsbehörde. Und schliesslich wünschen sich die Fahrenden laut Gerzner ein Treffen mit Kulturminister Alain Berset. Sie wollten ihm das «reale fahrende jenische Leben» zeigen, hiess es dazu auf der Website.

Die Bewegung sprach von einer friedlichen Kundgebung des schweizerischen jenischen Volkes. Es würden weder Passanten bedroht oder belästigt noch werde Sachschaden entstehen.

Probleme noch nicht gelöst

Fahrende besetzten in den vergangenen Jahren wiederholt Grundstücke in Schweizer Städten. Vor rund zwei Jahren zum Beispiel protestierte eine grössere Gruppe auf der Berner Allmend, um ihrer Forderung nach mehr Stand- und Durchgangsplätzen Gehör zu verschaffen. Im Kanton Bern wurde daraufhin die Suche nach Plätzen intensiviert.

Der Mangel an Stand- und Durchgangsplätzen für Fahrende ist ein altes Problem. 1998 wurden Fahrende vom Bund als Minderheit anerkannt, 2003 anerkannte das Bundesgericht ihr Recht auf angemessene Halteplätze. (sda/aes)