Jede vierte Stadt im Wohnungsbau engagiert

Jede vierte Stadt im Wohnungsbau engagiert

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Tiefe Leerwohnungsziffern, Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und steigende Mieten – diese Phänomene prägen die Situation auf dem Wohnungsmarkt in vielen Städten und Agglomerationen. Dies bestätigt eine Umfrage, die im Rahmen des wohnungspolitischen Dialogs zwischen Bund, Kantonen und Städten im Sommer 2013 durchgeführt wurde.

80 Prozent der antwortenden Städte und Gemeinden bezeichnen den lokalen Wohnungsmarkt als angespannt. Laut der Städtebefragung sind namentlich preisgünstige Mietwohnungen und preisgünstiges Wohneigentum
Mangelware. Vom angespannten Wohnungsmarkt besonders betroffen sind der Arc lémanique, der Grossraum Zürich sowie die Nordwest- und Zentralschweiz. In diesen Gebieten befinden sich zahlreiche Städte mit einer im Vergleich zum Schweizer Mittel unterdurchschnittlichen Leerwohnungsziffer.

Raumplanerische Massnahmen weit verbreitet

Praktisch alle antwortenden Städte und Gemeinden gaben an, in der Wohnungspolitik aktiv zu sein. Am verbreitetsten sind dabei raumplanerische Massnahmen (78 Prozent) oder Massnahmen in der
Bodenpolitik (67 Prozent). Jede zweite Stadt betreibt Investorenpflege, während sich gut jede vierte Stadt oder Gemeinde im kommunalen Wohnungsbau engagiert.

Weitere Aktivitäten sind finanzielle oder steuerliche Massnahmen, die Förderung von verdichtetem Bauen oder die Gründung von Wohnbaugenossenschaften oder Stiftungen.

In nahezu der Hälfte der antwortenden Städte wurden seit Anfang 2012 politische Vorstösse oder Initiativen im Zusammenhang mit der Wohnungspolitik eingereicht. Bei den Städten mit mehr als 50 000 Einwohnern trifft dies gar auf 90 Prozent zu. Meist geht es bei den Vorstössen oder Initiativen um die Erhaltung oder Schaffung von preisgünstigem Wohnraum.

Handlungsbedarf bei der Wohnungspolitik des Bundes

Die Hälfte der antwortenden Städte ist der Meinung, dass auch bei der Wohnungspolitik des Bundes Handlungsbedarf besteht. Diesen hat der Bundesrat erkannt und entsprechende Massnahmen eingeleitet. Wie bei den eigenen Massnahmen, finden auch auf Bundesebene diejenigen im Bereich der Raumplanung am meisten Zustimmung.

Jeweils rund zwei Drittel der antwortenden Städte finden es zweckmässig, dass die Förderung des preisgünstigen Wohnungsbaus explizit als Ziel im Raumplanungsgesetz festgeschrieben wird respektive, dass die Kantone in ihren Richtplänen Aussagen zum Wohnungsmarkt und zur Wohnungsversorgung machen. Ähnlich hohe Zustimmung findet auch der Vorschlag, dass bei einer Neuvermietung der vorherige Mietzins mitgeteilt werden muss.

Auch andere Massnahmen des Bundes werden mehrheitlich als zweckmässig beurteilt, so ein Vorkaufsrecht von Bauland für gemeinnützige Wohnbauträger. Diese Anliegen sind mehrheitlich in die Empfehlungen des wohnungspolitischen Dialogs eingeflossen. (mgt/aes)

Die Umfrageergebnisse im Detail (PDF)