US-Bürger zahlt Steuern mit 300 000 Münzen

US-Bürger zahlt Steuern mit 300 000 Münzen

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Teaserbild-Quelle: Bild: Bristol Herald Courier / Twitter

Rund 725 Kilogramm wogen die 300 000 Cent-Münzen («Pennies»), die der genervte Bürger Nick Stafford letzte Woche in fünf Schubkarren im Lebanon Department of Motor Vehicles im US-Bundesstaat Virginia ablieferte (Video im originalen Artikel des «Bristol Herald Courier»).

Im September versuchte der Besitzer von vier Häusern telefonisch bei der Zulassungsbehörde herauszufinden, welche Adresse er bei der Registrierung einer neuen Corvette für seinen Sohn angeben sollte. Er landete aber immer wieder in einem Callcenter, das keine Antwort auf seine Frage hatte. Die direkte Nummer der Zulassungsbehörde konnten ihm die Telefonisten aber nicht nennen.

Stafford gab nicht auf und gelangte mit dem Anliegen, eine direkte Telefonnummer der Behörde zu erhalten, an einen Richter. Dieser Entschied zu seinen Gunsten und Stafford erhielt die gewünschte Telefonnummer. Als er anrief, liess man ihn aber wieder abblitzen. Die Nummer sei nicht für den öffentlichen Gebrauch bestimmt, so die Antwort des Angestellten.

Klagen aus Prinzip

Steter Tropfen höhlt den Stein, dachte sich Stafford, und er rief so lange bei der Behörde an, bis sie ihm endlich seine Frage beantwortete. Doch damit gab er sich nicht zufrieden: Er verlangte in drei separaten Klagen die Herausgabe von weiteren neun direkten Behördennummern. «Die Telefonnummern waren für mich nicht relevant. Ich wollte einfach auf mein Anliegen aufmerksam machen», so Stafford gegenüber dem «Bristol Herald Courier». Für ihn sei «Behördentransparenz das Rückgrat unserer Republik und unserer Demokratie». Nachdem der Richter auch diese Telefonnummern rausrückte, zog Stafford alle Klagen zurück.

Als er endlich seine geschuldeten Steuern bezahlen «durfte», kam Stafford auf die Idee mit den Schubkarren voller Münzen, um dem Staat seinen Ärger noch einmal mit Nachdruck zu kommunizieren. Bis morgens um eins hätten die Angestellten des Lebanon Department of Motor Vehicles seine Münzen gezählt, seien aber freundlich geblieben. Ablehnen konnte die Behörde die ungewöhnliche Zahlungsform nicht: Ein Gesetz von 1965 gibt jedem Einwohner der USA das Recht, Steuern, Gebühren und staatliche Dienstleistungen mit sämtlichen gültigen Münzen und Banknoten zu bezahlen. Dass ihn seine Klagen und Aktionen zusätzlich zu den 3000 Dollar Steuern weitere 1000 Dollar kosteten, machte Stafford offenbar nichts aus. (aes)